BEI UNS IST JEDER TAG KINOTAG!
EINTRITTSPREIS: 6,00 EUR.
BEI ÜBERLÄNGE, FESTIVALS UND SONDERVERANSTALTUNGEN ERHEBEN WIR EINEN KLEINEN PREISAUFSCHLAG.
KASSENÖFFNUNG 15 MINUTEN VOR BEGINN DER VORSTELLUNG.
RESERVIERUNGEN SIND LEIDER NICHT MÖGLICH.
WIR NEHMEN NUR BARGELD. CASH ONLY.
WIR SPIELEN KEINE WERBUNG, DESHALB BITTE PÜNKTLICH KOMMEN.
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3.4.1976 – 3.4.2026
50 JAHRE WERKSTATTKINO JUBELPROGRAMM
Wir zeigen im Jubelprogramm jeweils um 20 Uhr den Film, den der entsprechende Kollektivist als erstes im Werkstattkino sah. Den Sündenfall, quasi. In den Nachtvorstellungen kommen ein paar Lieblingsfilme dazu. Das ausführliche Programm dazu findet sich in unserem Newsletter.
DER SALON REVISITED
In den Jahren 2005/2006 machten Waco, Bernd, Dolly und Hans Schifferle in loser Folge Samstagnacht-Vorstellungen, für die sie die entlegensten Kurzfilme sichteten und die besten davon zu langen Programmen bündelten. Wir werden ein paar davon wiederholen.
Samstag, 11.4. um 20.00 h
KINOGESCHICHTEN
Home-Movies und Filmfragmente aus alten Zeiten, in und mit dem Werkstattkino.
China Girls: Testbilder aus den Allongen von 35mm-Rollen, gesammelt und kombiniert.
Stagmovies: Stummfilmpornos aus den 1920er/1930er Jahren.
Scopitones: frühe Musikvideos auf 16mm.
Sonntag, 12.4. um 20.00 h
„Orpheus descending, ich stieg die winklige Treppe hinunter und öffnete die schwere Eisentür, ein Vorraum zuerst, wo der Kassierer, der auch Vorführer ist und auch einer der Mitbesitzer, wortkarg vor einem hohen Tischchen sitzt […]rechts davon blickt man in die Höhle, wo die lebendigen Malereien an die Wand geworfen werden. Ich war im werkstattkino, eckig, abseitig, mitten ins Herz treffend. THINGS TO COME hieß der Film, den ich mir anschaute, ein alter Zukunftsfilm von William Cameron Menzies nach H.G. Wells, und der Titel sollte Programm sein für mich. Im werkstattkino trat meine Education Sentimentale in eine entscheidende Phase, eine Phase, die noch nicht abgeschlossen ist.“ – Hans Schifferle
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BÜRGLKOPF
Österreich/Deutschland 2025.
Regie: LISA POLSTER.
HD Digital. 78 Min. Erstaufführung.
Auf 1.300 Metern Höhe befindet sich das Rückkehrzentrum Bürglkopf weit abgelegen auf dem gleichnamigen Berg in Tirol. Menschen im Asylverfahren sollen dort mit Rückkehrberatung, vor allem aber unter dem Druck der Isolation, zur Ausreise aus Österreich bewegt werden. Die idyllische Alpenlandschaft wird zum Schauplatz eines bizarren Aufeinandertreffens von Geflüchteten, Dorfbewohner:innen und Tourist:innen, denn die nächstgelegenen Berge in Kitzbühel dienen vor allem dem Wintersport. Während hochmoderne Gondeln Urlauber:innen aus aller Welt auf die Gipfel befördern, müssen die Bewohner des Bürglkopfs drei Stunden Fußweg auf sich nehmen, um vom Lager ins Tal zu gelangen. Der Film gibt einen Einblick in die europäische Abschottungspolitik, die in Rückkehrzentren und Abschiebelagern gipfelt.
Samstag, 11.4. um 17.30 h | In Anwesenheit der Regisseurin mit anschließendem Publikumsgespräch
WANDA
USA 1970.
Regie: BARBARA LODEN.
Mit Barbara Loden, Michael Higgins, Charles Dosinan. Frank Jourdano.
HD Digital. 101 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung der restaurierten Fassung.
Barbara Loden erzählt in ihrem einzigen Spielfilm WANDA von einer Frau, die scheinbar ziellos durch das ländliche Pennsylvania zieht. Nachdem sie ihren Mann und ihre Kinder verlassen hat, treibt Wanda von Ort zu Ort, von Begegnung zu Beziehung, durch soziale und emotionale Randzonen. Als sie sich einem Kleinkriminellen anschließt, scheint sie ihre bisherige Existenz vollkommen hinter sich zu lassen, bis ein missglückter Banküberfall ihr Leben abermals in eine andere Richtung lenkt…
Barbara Loden, die Regie führte, das Drehbuch schrieb und selbst die Hauptrolle verkörperte, entwirft mit einer fast dokumentarischen Bildsprache ein radikal offenes Porträt weiblicher Existenz. Wanda ist eine Antiheldin jenseits von Opfermythen, Emanzipationsfantasien oder moralischen Bewertungen. Als leise, unbequeme Gegenstimme zum männlich dominierten New-Hollywood-Kino wirkt WANDA noch heute erstaunlich aktuell und beeinflusste zahlreiche Regisseur*innen und Schauspieler*innen wie Isabelle Huppert, Nan Goldin, Marguerite Duras oder Christian Petzold. Ein Stück zeitloses Kino über weibliche Existenz, Sichtbarkeit und radikale kreative Autonomie, aus einer Zeit, in der Regisseurinnen noch die Ausnahme waren.
„Ein Meilenstein des feministischen Kinos.“ (Criterion Collection)
„Ich bin der Ansicht, dass in WANDA ein Wunder geschieht.“ (Marguerite Duras)
„Die letzte Szene, in der sie in einer Menschenmenge verloren steht und in unsere Richtung starrt, ist einer dieser Kino-Momente, die ich nie vergessen werde.“ (Christian Petzold)
Sonntag, 12.4. um 17.45 h | Montag, 13.4. um 18.00 h
SKUNK
Belgien/Niederlande 2023.
Regie: KOEN MORTIER.
Mit Thibaud Dooms, Natali Broods, Boris Van Severen.
HD Digital. 106 Min. Originalfassung (niederländisch) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Ein 17-jähriger Junge aus einer gewalttätigen Familie landet in einem Wohnheim für traumatisierte Jugendliche. Doch die Betreuer sind überfordert, die Mitbewohner gewalttätig. Der Junge wird immer wieder von seiner schmerzhaften Vergangenheit eingeholt. Ein hartes, pessimistisches Sozialdrama, das Kinder aus zerrütteten Verhältnissen als irreparabel beschädigt vorstellt und keinerlei Hoffnung in die Bemühungen pädagogischer Institutionen setzt. (Filmdienst)
„Der neue Film von Koen Mortier ist wie seine Vorgänger wieder kein Film, der ein breiteres Publikum ansprechen wird. Zu eigen, zu radikal, zu sehr sich Erwartungshaltungen verweigernd, macht er es dem Zuschauer nicht einfach. Er bietet keine Lösungen an, zeigt stattdessen die reale Überforderung staatlicher Institutionen und eigentlich wohlwollender Sozialarbeiter und die schrecklichen Folgen von jahrelang erlebter physischer und psychischer Gewalt, die hier in einer grausamen Logik aus den Opfern Täter machen. Wer sich dieser cineastischen Zumutung aussetzen kann und möchte, wer Film als radikale Erfahrung ohne Gebrauchsanweisung versteht, dem sei SKUNK hiermit unbedingt empfohlen. Es ist ein Film, der einem noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Nicht zuletzt wegen Thibaud Dooms erschütternd intensiver Darstellung eines Jugendlichen, der durch die Hölle gegangen ist. Auch das Sounddesign und die Kameraarbeit von Nicolas Karakatsanis machen viel von der Intensität des Films aus. Koen Mortier hat längst eine eigene Handschrift entwickelt, die ihn ein weiteres Mal als einen der interessantesten und radikalsten flämischen Filmemacher empfiehlt.“ (Deadline)
Montag, 13.4. und Mittwoch, 15.4. jeweils um 20.00 h
EX DRUMMER
Belgien/Italien/Frankreich 2007.
Regie: KOEN MORTIER.
Mit Dries Vanhegen, Norman Baert, Gunter Lamoot, Sam Louwyck.
HD Digital. 105 Min. Originalfassung (niederländisch, flämisch) mit deutschen Untertiteln.
Drei körperlich leicht behinderte, verhaltensgestörte junge Männer bringen einen berühmten Schriftsteller dazu, in ihrer Punkband Schlagzeug zu spielen. Sie wollen von seinem Ruhm profitieren, er aber sieht sich als eine Art herabgestiegener Gott, der das Elend seiner Mitmusiker für sein Buch nutzen will. Hierfür muss er allerdings zunächst ein Teil ihrer Welt werden. Die visuell wie sprachlich drastische Darstellung sozialen Elends versteht sich nicht als Realismus, sondern als Reflexion über die Darstellbarkeit von hoffnungslosen Lebensweisen, kunstvoll gebrochen sowohl über die Hauptfigur als auch über Stilisierungen auf der Bild- und Tonebene. (Filmdienst)
Montag, 13.4. um 22.15 h | Dienstag, 14.4. um 20.00 h
22. MAI
(22 MEI)
Belgien/Niederlande/Großbritannien 2010.
Regie: KOEN MORTIER.
Mit Sam Louwyck, Titus De Voogdt, Jan Hammenecker.
HD Digital. 88 Min. Originalfassung (niederländisch, französisch) mit deutschen Untertiteln.
In einem Warenhaus explodiert eine Bombe. Ein Wachmann rennt in Panik davon, ohne den Verletzten zu helfen. Auf der Straße bricht er zusammen und muss sich fortan mit den Bildern des Schreckens sowie der Verletzten und Toten auseinandersetzen. Der sperrige Film bietet keine Erklärung für die Katastrophe, simuliert das abrupte Herausreißen aus normalen Lebenszusammenhängen und stellt Fragen nach Schuld und Verantwortung, Gerechtigkeit und Liebe. Keine Auseinandersetzung mit Terrorismus, sondern ein Film über Trauer(-Arbeit) und Vergebung. (Filmdienst)
Dienstag, 14.4. um 18.00 h | Mittwoch, 15.4. um 22.15
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VERSTRAHLT UND VERGESSEN
Deutschland 2000-2006.
Regie: CHRISTOPH BOEKEL.
Digital. 52 Min.
Am 26. April 1986 explodiert Reaktorblock 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl. Die Katastrophe ungeahnten Ausmaßes fordert tausende an Menschenleben.
Christoph Boekel geht dem Schicksal dreier ihm nahestehender Menschen nach, deren Leben durch den wahrgewordenen Albtraum tiefgreifend verändert wurde. Der Film ist ein Requiem für die Opfer und eine bittere Mahnung.
Sonntag, 19.4. um 17.30 h | In Anwesenheit des Regisseurs mit anschließendem Publikumsgespräch
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PROGRAMMÜBERSICHT:
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