Programm


 

WORLDS APART
(ENAS ALLOS KOSMOS)
Griechenland 2015. Regie: CHRISTOPHER PAPAKALIATIS.
Mit J.K.Simmons, Maria Kavoyianni, Christopher Papakaliatis, Andrea Osvart.
HD Digital. 103 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Episodischer Liebesfilm, motivisch festgemacht am Mythos von Amor und Psyche, über Beziehungen zwischen Griechen und Nicht-Griechen aus
unterschiedlichen Generationen. Drei Geschichten zeichnen anhand einer Studentin, eines Familienvaters in mittleren Jahren und einer Seniorin ein Bild der durch die Wirtschafts- und Flüchtlingskrise existenziell wie moralisch destabilisierten griechischen Mittelschicht und beschwören den gegenseitigen Austausch als Motor, um Trennendes zu überwinden. Ein nicht immer subtiles, aber effektvolles Hohelied auf die Liebe. (Filmdienst)
Nicht umsonst hat WORLDS APART Anfang 2016 in den griechischen Kinos ein Rekordergebnis von 700 000 Eintritten erzielt – es scheint, als habe der Film etwas in der momentanen Befindlichkeit der Griechen bezügliches ihres Landes ausgelöst. (…) Der Film berührt, weil er aufzeigt, was momentan aktueller denn je scheint, denn während die ganze Welt ängstlich, unruhig und mit angehaltenem Atem über den grossen Teich nach Amerika blickt, herrschen in Europa ebenfalls Zustände des Misstrauens und der Entfremdung. Die Überwindung dieser Entfremdung ist im Film durch Vertrauen, Toleranz und Nächstenliebe möglich. Die zarten Liebesgeschichten, die geknüpft werden, sind alles Geschichten, die über verschiedene Landesgrenzen hinaus gehen. (…) Filme wie WORLDS APART sind eine Ode an die Menschlichkeit, die wir momentan so dringend gebrauchen können – denn wo Liebe ist, ist immer auch Hoffnung. (kolt.ch)
23.2. – 1.3. um 20.15 h und Montag, 6.3. um 18.00 h
 

 
 
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THE EYES OF MY MOTHER
USA 2016. Regie: NICOLAS PESCE. Mit Kika Magalhaes, Will Brill, Flora Diaz.
HD Digital. 76 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Eine junge Frau findet im Mörder ihrer Mutter eine hochambivalente Bezugsperson, die sie im Schuppen einer abgelegenen Farm jahrelang grausam peinigt, aber auch als eine Art Gefährte umsorgt. Mit dem Tod ihres Vaters droht der eigentümliche Mikrokosmos aus den Fugen zu geraten, doch dann eröffnet der Besuch einer Frau mit Baby der Einsiedlerin eine neue Lebensperspektive. Morbider Horrorfilm, getragen von faszinierenden, die Sinne betörenden Schwarz/Weiß-Bildern und einer spartanischen Filmmusik. Die seelischen Entzugserscheinungen der Einsamkeit deutet er als den Ursprung monströser Abgründigkeit. (Filmdienst)
23. – 26.2. um 22.30 h
Ausserdem Freitag, 3.3. um 18.30 h
 
 
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LEON MUSS STERBEN
Deutschland 2016. Regie: LARS KOKEMÜLLER.
Mit Nisan Arikan, Philip Spreen.
HD Digital. 87 Min. Erstaufführung.
LEON MUSS STERBEN ist eine Science Fiction-RomCom zwischen TERMINATOR und VERGISS MEIN NICHT. Es geht in dem Film um den Mittzwanziger Leon, der tödlich erkrankt ist und eine Maschine entwickelt hat, mit deren Hilfe er seinen Verstand in einen Computer übertragen will, um so zu überleben. Da seine Technologie die Menschheit ins Verderben stürzen wird, kommt die Freiheitskämpferin Aqua aus der Zukunft zurückgereist, mit dem Auftrag, Leon zu ermorden. Die beiden verlieben sich ineinander und die turbulenten Ereignisse nehmen ihren Lauf.
27.2. – 1.3. um 22.30 h
 
 
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1984
England 1956. Regie: MICHAEL ANDERSON.
Mit Edmond O'Brien, Michael Redgrave, Jan Sterling.
16mm. Deutsche Fassung. 89 Min.
Das von George Orwell 1948 entworfene utopische Schreckensbild einer zukünftigen Welt, in der sich eine imaginäre faschistische Staatsmacht zur totalen Kontrolle, selbst der menschlichen Gedanken, fortentwickelt hat.
Sonntag, 26.2. um 16.15 h
 
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NOTHING TO HIDE
Frankreich 2016. Regie: MARC MEILLASSOUX, MIHAELA GLADOVIC.
HD Digital. 85 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Haben Sie etwas zu verstecken? Niemand will in einem Überwachungsstaat leben, der einem die Freiheit raubt. Trotzdem installieren wir immer mehr Apps auf unseren Handys. Nicht selten zwingen uns die Geschäftsbedingungen, unsere Privatsphäre preiszugeben und Unternehmen Zugang zu unseren Daten zu geben. Aus Sicherheitsgründen müssen wir unser Recht auf Privates zurückstellen. Aber haben wir überhaupt private Geheimnisse? Was sagt es über uns und unsere Gesellschaft aus, wenn wir uns an die Rechtfertigung klammern, dass wir ohnehin nichts zu verstecken haben?
Sonntag, 26.2. um 18.15 h
 
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IN SEARCH OF A LOST PARADISE
Russland 2015. Regie: EUGENE TSYMBAL.
HD Digital. 52 Min. Russisch mit deutschen Untertiteln.
Dokumentarfilm über die sowjetische Kunst-Avantgarde der 1970er Jahre.
Montag, 27.2. um 18.00 h
(in Anwesenheit des Produzenten Alexander Smoljanski)

 

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CERTAIN WOMEN
USA 2016. Regie: KELLY REICHARDT.
Mit Laura Dern, Michelle Williams, Kristen Stewart, Lily Gladstone.
HD Digital. 105 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Mit großen Stars zu drehen und dabei wie in einem Independent-Movie zu verfahren, diese Chuzpe haben im zeitgenössischen US-Kino nur wenige. Kelly Reichardt ist unter diesen die unbestrittene Meisterin. In ihrem neuen Film erzählt sie episodisch von vier Frauen im ländlichen Oregon, deren zugleich alltägliche und alttestamentarische Schicksale auf untergründige Weise miteinander verwoben sind. Die wunderbare Laura Dern, die subtile Michelle Williams, die stille Kristen Stewart und die vielleicht berührendste unter ihnen, die eigensinnige Lily Gladstone, machen CERTAIN WOMEN zu einem herausragenden Kinoereignis. (Viennale 2016)
2. & 3.3. und 5. – 8.3. um 20.15 h
Ausserdem am 7. & 8.3. um 18.00 h und Montag, 13.3. um 17.45 h
 

 

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WIR SIND DIE FLUT
Deutschland 2016. Regie: SEBASTIAN HILGER.
Mit Max Mauff, Lana Cooper, Swantje Kohlhof. HD Digital. 84 Min.
Vor einem kleinen deutschen Küstenort am Meer sind die Gezeiten zum Erliegen gekommen, das Wasser hat sich zurückgezogen und mit ihm sind die Kinder verschwunden. Während der vom Militär abgeriegelte Ort aus der Zeit zu fallen scheint, wollen ein junger Physiker und seine Freundin der Anomalie auf den Grund gehen. Ein bildgewaltiges, atmosphärisch fesselndes Mystery- und Science Fiction-Drama, das seine Handlung stilvoll zur Reflexion über das Leiden an der Vergänglichkeit und den Umgang mit Verlust verdichtet. (Filmdienst)
2. & 3.3. und 5.3. um 22.30 h
 
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2017 OSCAR NOMINATED SHORT FILMS – LIVE ACTION
HD Digital. 127 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Samstag, 4.3. um 17.45 h
Ausführliches Programm unter http://www.shortsattack.com/oscar-shorts-2017/
 
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Kinokränzchen # 106:
TETSUO: THE IRON MAN
Japan 1989. Regie: SHIN'YA TSUKAMOTO. Digital. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Man hat TETSUO: THE IRON MAN u.a. als „japanischen 'Eraserhead'“ bezeichnet, ihn mit den frühen Filmen von David Cronenberg verglichen und manche sehen in ihm die Mutter aller Cyberpunk-Movies (was auch immer das eigentlich sein soll). An all diesen Aspekten ist etwas dran, aber so wirklich kann man dieses völlig irrwitzige Spielfilm-Debüt von Shin'ya Tsukamoto bis heute nicht greifen. Surreal ist er schon mal in jedem Fall, denn die Geschichte vom „Fetishist“, dem „Salaryman“ und dessen „Girlfriend“, die sich in bizarre Metallschrottwesen (samt praktischen Penisbohrern) verwandeln (oder schon verwandelt haben, oder wie auch immer …), um in Finale zu einem Synapsen-schmelzenden Showdown aufeinanderzutreffen, ergibt zwar keinerlei rationalen Sinn, ist aber nach wie vor das beste cineastische Äquivalent zu einer Kollision mit einer Abrissbirne, während man gerade in ein Gedicht von Georges Bataille vertieft ist. Wie schon erwähnt, „Tetsuo“ ist praktisch unmöglich zu beschreiben, deshalb muss man ihn sehen.
Einführung: Thomas Reitmair
Sonntag, 5.3. um 14.30 h
 
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2017 OSCAR NOMINATED SHORT FILMS – ANIMATION
HD Digital. 83 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Sonntag, 5.3. um 18.00 h
Ausführliches Programm unter http://www.shortsattack.com/oscar-shorts-2017/

 

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AUTUMN BLOOD – ZEIT DER RACHE
Österreich/USA 2013. Regie: MARKUS BLUNDER.
Mit Sophie Lowe, Peter Stormare, Maximilian Harnisch. HD Digital. 100 Min.
In einem Tiroler Bergdorf wird eine 14-Jährige vom Sohn des korrupten Bürgermeisters, der einst ihren Vater ermorden ließ, und dessen Freunden vergewaltigt. Als eine Sozialarbeiterin auf den Plan gerufen wird, motiviert das die Täter, ihr Opfer und dessen kleinen Bruder endgültig zum Schweigen bringen zu wollen. Eine mörderische Hetzjagd durch die karge Bergwelt beginnt. Suggestiver Thriller, der atmosphärisch mit der alpinen Landschaft arbeitet. (Filmdienst)
6. – 8.3. um 22.30 h
 

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Charlie Chaplins Rede an die Menschheit aus dem Film DER GROSSE DIKTATOR (1940):