Programm

BEI UNS IST JEDER TAG KINOTAG!

UNSERE EINTRITTSPREISE SIND MODERAT UND ABHÄNGIG VON DEN GESPIELTEN FILMEN UND BEWEGEN SICH ZWISCHEN 4,50 EUR und 5,50 EUR.

BEI ÜBERLÄNGE ERHEBEN WIR EINEN MINIMALEN PREISAUFSCHLAG.

KASSENÖFFNUNG 15 MINUTEN VOR BEGINN DER VORSTELLUNG.

KEIN VORVERKAUF, NUR ABENDKASSE.

WIR SPIELEN KEINE WERBUNG, DESHALB BITTE PÜNKTLICH KOMMEN.

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18.4. – 1.5.2019
CERTAIN WOMEN
 
SANKT PAULIS STARKE FRAUEN – REEPERBAHNER*INNEN
D 2019.
Regie: RASMUS GERLACH.
HD Digital. 82 Min. Erstaufführung.
Frauen auf der Reeperbahn: "Die knallharte Türsteherin. Die Nonne mit dem weichen Herz für Obdachlose. Oder Burlesque-Tänzerin Eve Champagne, die Macho-Gehabe schon mal mit einem deftigen Furz kontert. Sie alle sind St. Pauli. Der Hamburger Filmemacher hat ihnen und anderen Reeperbahnerinnen ein Denkmal gesetzt mit seiner Doku." (Hamburger Morgenpost)
18. – 20.4. um 20.30 h
 
WILD
D 2016.
Regie, Buch: NICOLETTE KREBITZ.
Mit Lilith Stangenberg, Georg Friedrich.
Digital. 88 Min.
"WILD erzählt die Liebesgeschichte zwischen einer Frau und einem Wolf. Das ist auch insofern wörtlich zu nehmen, als hier keineswegs eine Computeranimation zum Einsatz kommt. Der echte Wolf gehört zwar zu einem in Gefangenschaft geborenen und von einem Tiertrainer gehaltenen Rudel, bleibt aber, wie jedes Zoo-Raubtier, wild." (Tagesspiegel)
"Diese Person hat die Sehnsucht, auszubrechen, sich wie eine Bombe ins eigene Leben zu werfen." (Lilith Stangenberg)
18. – 20.4. um 22.30 h
 
HERE TO BE HEARD: THE STORY OF THE SLITS
UK 2017.
Regie: WILLIAM BADGLEY.
Mit Viv Albertine, Tessa Pollitt, Ari Up, Palmolive.
Digital. 86 Min. Originalfassung.
Frauen im Punkrock: "Hailed as one of the most influential punk bands of all time – but what made the Slits stand out was the fact that they were women. In a time when men in suits ruled all (and still do, but that's another story) the Slits made more than just music against that; they made a movement, redefining what it meant to be female." (Ruth S.)
Sonntag, 21.4. um 20.30 h 
Freitag, 26.4. & Samstag, 27.4.  um 20.30 h 
 
NULL MOTIVATION
(ZERO MOTIVATION)
Isreal 2014.
Regie, Buch: TALYA LAVIE.
Mit Danya Iggy, Nelly Tagar, Shani Klein.
HD Digital. 97 Min. Originalfassung (hebräisch) mit deutschen Untertiteln.
Extrem belustigter Blick der Regisseurin auf ihre eigenen Erfahrungen beim israelischen Militärdienst. "Wie die meisten Frauen dort mussten wir nie unser Leben riskieren. Aber wir liefen auf jeden Fall Gefahr, an Langeweile zu sterben."
"The winner of this year's Founder's Award follows young women who must find their place and establish their identity in a world normally dominated by men and machismo. They do so with humor, strength and intellect. The filmmaker mirrors these same qualities."
(Founder Award Jury)
Sonntag, 21.4. um 22.30 h 
Mittwoch, 24.4. & Donnerstag, 25.4. um 22.30 h
 
ERIN BROCKOVICH
USA 2000.
Regie: STEVEN SODERBERGH.
Kamera: Ed Lachman.
Mit Julia Roberts, Albert Finney, Aaron Eckhart.
HD Digital. 130 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Wahre Geschichte: Ehemalige Schönheitskönigin, alleinerziehend mit drei Kindern, jobbt als Aushilfe bei einem Anwalt und deckt zufällig einen Industrie-Skandal auf. Den lässt sie nicht unbestraft. Julia Roberts bekam für die Rolle der kühnen, schlagfertigen Arbeiterin für die Gerechtigkeit den Oscar 2001. Verdient.
"Surely one of the canniest and most accurate films about American working-class life ever." (Salon.com)
Montag, 22.4. & Dienstag, 23.4. um 20.30 h
 
UNDER THE WIRE
UK 2018.
Regie: CHRIS MARTIN.
HD Digital. 95 Min. Originalfassung mit Untertiteln.
Frauen im Krieg: Hommage an Marie Colvin, berühmte Kriegsreporterin der Sunday Times. Sie und der Fotograf Paul Conroy blieben im Februar 2012 während der Belagerung in der syrischen Stadt Homs, um die Tragödie der syrischen Zivilbevölkerung festzuhalten. Das kostete Marie Colvin ihr Leben.
Mittwoch, 24.4. & Donnerstag, 25.4. um 20.30 h
 
REVENGE
Frankreich 2017.
Regie, Buch: CORALIE FARGEAT.
Mit Matilda Lutz, Kevin Janssens, Vincent. Colombe.
HD Digital. 108 Min. Originalfassung (französisch) mit deutschen Untertiteln. 
Die alte Ballade von Vergewaltigung, Mord und der Rache der Frau, von und mit zwei Nachwuchs-Heldinnen neu aufbereitet: "Coralie Fargeat schuf einen inspirierten, stylish-harten Survival-Thriller, der eine Reihe zeitgemäß-brisanter (mit der Materie unweigerlich verknüpfter) Themen aufgreift, sowie eingefleischte Genre-Fans zudem absolut zufrieden stellen sollte." (Actionfreunde.de)
Freitag, 26.4. & Samstag, 27.4. um 22.30 h
 
MY HAPPY FAMILY
(CHEMI BEDNIERI OJAKHI)
Georgien 2017.
Regie, Buch: NANA EKVTIMISHVILI, SIMON GROSS.
Mit Ia Shugliashvili, Merab Ninidze, Berta Khapava.
HD Digital. 120 Min. Originalfassung (georgisch) mit deutschen Untertiteln.
Frauen daheim: In Georgien bleibt die Familie oft über Generationen zusammen im selben Haushalt. Die Frauen müssen alle andern versorgen, endlos und aufopferungsvoll. Hier versucht eine 52-Jährige, ihre Großfamilie zu verlassen und allein in eine Wohnung zu ziehen. Sie ist entschlossen, ab jetzt nach eigenen Vorstellungen zu leben. Ein Skandal.
"Der Film schafft es tatsächlich, die Notwendigkeit von Emanzipation jedem begreiflich zu machen – dann sieht man die Wut, den Schmerz, die Gefahr, die solches Verhalten einer Frau in patriachalischen Gesellschaften einbringt." (Doris Kuhn)
Sonntag, 28.4. & Montag, 29.4. um 20.30 h
 
IO SONO VALENTINA NAPPI
Italien 2017.
Regie, Buch: MONICA STAMBRINI.
Mit Valentina Nappi, Lorenzo Branca, Corrado Sassi.
Digital. 50 Min. Originalfassung (italienisch) mit englischen Untertiteln.
Frauen im Sexbusiness: Valentina Nappi gehört zu den großen italienischen Pornostars. Monica Stambrini, Gründerin des Künstlerkollektivs "Le Ragazze del Porno", hat über sie eine Doku gedreht, "gleichermaßen Erzählexperiment, intimer Porträtfilm und hochglänzende Porno-Szene." (FilmKunstFestival, Zürich)
Im Anschluss:
QUEEN KONG
Italie 2016.
Regie, Buch: MONICA STAMBRINI.
Produktion: Le Ragazze del Porno.
Mit Valentina Nappi, Luca Lionello, Janina Rudenska.
Digital. 19 Min. Originalfassung (italienisch) mit englischen Untertiteln.
Was passieren kann: wenn ein Mann nachts im Wald umherstreicht; wenn eine Frau sich Pornografie ausdenkt.
Dienstag, 30.4. um 20.30 h
 
THE TALE
USA 2018.
Regie, Buch: JENNIFER FOX.
Mit Laura Dern, Isabelle Nélisse, Elizabeth Debicki, Jason Ritter, Ellen Burstyn.
HD Digital. 114 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Wahre Geschichte. Eine Frau von 48 Jahren legt Stück für Stück Erinnerungen frei: An ihren Missbrauch als Kind, den sie zeitlebens verdrängt hat. "An immense, brave, and genuinely earth-shaking self-portrait that explores sexual assault with a degree of nuance and humility often missing from the current discourse. THE TALE is undeniably primed for the #MeToo movement, but it's also much bigger than that." (IndieWire)
Dienstag, 30.4. um 22.30 h
Mittwoch, 1.5. um 20.30 h

 
NEAR AND ELSEWHERE
Deutschland/Österreich 2019.
Regie: EDUARD ZORZENONI.
HD Digital. 84 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Wo finden wir Zukunftsvisionen, Hoffnungen oder sogar Utopien abseits der Utopie eines grenzenlosen Wachstums? Wie kann sich die unsere Gesellschaft angesichts der aktuellen ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Herausforderungen weiterentwickeln? Die Filmregisseure Sue-Alice Okukubo und Eduard Zorzenoni haben sich auf die Suche gemacht. Die weißrussische Literatur Nobelpreisträgerin Svetlana Alexijewich, der deutsche Kulturwissenschaftler Joseph Vogl, die italienische Soziologin Elena Esposito, der US-weissrusschische Evgeny Morozov, die deutsche Marsforscherin Christiane Heinicke, der deutsche Zukunftsforscher Matthias Horx und die österreichische Ausnahmesportlerin Andrea Mayr sprechen über Bedingungen, Fragen und Möglichkeiten. Darüber hinaus erzählen die Regisseure eine Geschichte von drei Menschen, die an einem merkwürdigen Ort gestrandet sind und zwischen bizarren Gebäuden und kargen Landschaften vor der Herausforderung stehen, einen neuen Lebensweg zu finden. Gemeinsam mit den Experten entwerfen sie inspirierende, provokante, kritische und nachdenkliche Visionen für eine bessere Zukunft. (epd Film)
Ostersonntag, 21.4. um 11.00 h (Matinée)
 

 

IM LAND MEINER KINDER
Deutschland/Schweiz 2018.
Regie: DARIO AGUIRRE.
HD Digital. 92 Min. Erstaufführung.
Eigentlich war Dario wegen Stephanie aus Ecuador nach Deutschland gekommen, aber die Behörden gehörten vom ersten Tag zu ihrer Beziehung dazu. In den folgenden 15 Jahren sollten sie ihm insgesamt 10 Visa ausstellen – eine lange Spur aus Papieren, Stempeln, Genehmigungen und Einschränkungen verband Dario mit Deutschland und hielt ihn doch auch immer auf Abstand. Und dann das: Der Erste Bürgermeister von Hamburg lädt Dario ein, Deutscher zu werden. Eine Liebeserklärung? Darío beantwortet sie mit einem zärtlich-ironischen Roadmovie, das seinen verschlungenen Weg vom Land seiner Eltern in das Land seiner Kinder nachzeichnet.
Ostersonntag, 21.4. um 15.45 h
 

 

DER FUNKTIONÄR
Deutschland 2018. 
Regie: ANDREAS GOLDSTEIN.
HD Digital. 72 Min. Erstaufführung.
Klaus Gysi war einer der führenden Kulturpolitiker der DDR. 1912 geboren, war er zwei Jahre alt, als der Erste Weltkrieg begann. Als er sechs war, brach das Kaiserreich zusammen. Mit 15 sah er vor dem Fenster der elterlichen Wohnung einen erschossenen Arbeiter auf der Straße liegen. Er trat dem kommunistischen Jungendverband bei, später der kommunistischen Partei. Bis 1945 lebte er illegal in Berlin. Dann machte er im sozialistischen Deutschland Karriere, Abstürze inbegriffen. Er war Verlagsleiter, Kulturminister, Botschafter, Staatssekretär für Kirchenfragen. Ein Meister der Gesten und des geschickten Taktierens im sozialistischen Apparat. 1988, kurz vor dem Ende der DDR, entließ ihn die Partei aus dem Staatsdienst. 1999 starb er. Knapp 20 Jahren nach seinem Tod hat sein Sohn Andreas Goldstein (ADAM & EVELYN, 2018) einen sehr persönlichen Film über den Vater gedreht – über einen Mann, den er als Junge nur in Momentaufnahmen erlebt hat und der auch noch für den erwachsenen Sohn voller Widersprüche bleibt. Sein Film ist ein (auto-)biographischer Essay mit einer Fülle von Fotos, Archivmaterial aus dem DDR-Fernsehen und Aufnahmen aus Ostberlin. Er erzählt nicht nur eine private Geschichte, sondern zielt auch auf eine neue Betrachtung jenes Staates, aus dem der Regisseur selbst stammt. „Die Not, diese Geschichten zu erzählen, erwächst nicht aus der Vergangenheit, sondern aus der Gegenwart“, erklärt Goldstein. „Heute werden die Konflikte der DDR dramatisiert und durchweg auf den Gegensatz von Freiheitswillen und Repression reduziert. Sie bilden dabei weniger die DDR ab, als vielmehr eine Gegenwart, die sich selbst legitimieren muss und nun in diesen Erzählungen als Erlösung erscheinen kann.“
»Andreas Goldsteins Film DER FUNKTIONÄR über seinen Vater Klaus Gysi ist eine ernüchternde Rückschau. Ein Filmessay, der eine Biografie entlang des Geschichtslaufs vermisst und in der Montage aus Erinnerungen und Archivmaterial nach einem Verhältnis vom Privaten und dem Politischen sucht.« (Der Tagesspiegel)
Ostermontag, 22.4. um 11.00 h (Matinée)
 
 
 
AN ELEPHANT SITTING STILL
(DA XIANG XI DI ER ZUO)
China 2018.
Regie: HU BO.
Mit Yu Zhang, Yuchang Peng, Uvin Wang, Congxi Li.
HD Digital. 230 Min. Originalfassung (mandarin) mit deutschen Untertiteln.
"Ein Film noir in der heruntergekommenen Mittelschicht Chinas, erzählt im Figurenensemble. Mehrere Geschichten laufen nebeneinander, werden abwechselnd fokussiert, bis sie sich verdichten, die Stränge unweigerlich zusammenlaufen. Ihr Zielpunkt: die Stadt Manzhouli, in der ein eigenartiges Kuriosum die Attraktion ist. Ein Elefant, der einfach nur dasitzt und seine Umgebung ignoriert, selbst wenn ihm Futter gebracht wird. Eine Trost spendende Anschauung inmitten der Verzweiflung, die das Leben bereithält. Und vielleicht auch role model für das Aushalten der widrigen Umstände. Hu Bos Film ist in diesem Sinne auch ein Aufbegehren gegen die Hoffnungslosigkeit, und ein Plädoyer fürs Überleben.” (Dunja Bialas)
"Es fällt uns immer schwerer, Vertrauen auch nur in die winzigsten Dinge zu haben. Die Enttäuschung darüber ist kennzeichnend für die heutige Gesellschaft. In AN ELEPHANT SITTING STILL geht es um persönliche Mythen inmitten des Alltags. Am Ende verliert jeder Mensch das, was ihm am meisten bedeutet.” (Hu Bo)
Ostermontag, 22.4. um 16.00 h
 
 
 
OF FATHERS AND SONS – DIE KINDER DES KALIFATS
Deutschland/Libanon/Syrien/Katar 2017.
Regie: TALAL DERKI.
HD Digital. 99 Min. Originalfassung (arabisch) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Es gehört eine Portion Kühnheit dazu, einen investigativen Dokumentarfilm wie OF FATHERS AND SONS zu drehen. Um die Lebenswelt eines Dschihadisten einzufangen, gab sich der im Berliner Exil lebende Filmemacher Talal Derki (RETURN TO HOMS) bei der Rückkehr in sein Geburtsland Syrien als Kriegsfotograf aus, der die salafistische Ideologie gutheißt. Zweieinhalb Jahre lang begleitete er den glühenden Islamisten Abu Osama, ein Mitbegründer der al-Nusra-Front, der seinen Söhnen von klein auf militantes Gedankengut vermittelt. Dabei entstand ein hoch spannendes Dokument, das einen seltenen Blick auf eins der zentralen Themen unserer Zeit wirft. Der Film erhielt 2018 unter anderem den Grand Jury Prize des Sundance Filmfestivals und den Deutschen Dokumentarfilmpreis. (programmkino.de)
Dienstag, 23.4. um 18.15 h
 

 
BILDBUCH
(LE LIVRE D'IMAGE)
Schweiz/Frankreich 2018.
Regie: JEAN-LUC GODARD.
HD Digital. 85 Min. Deutsche Fassung von Jean-Luc Godard gesprochen! Erstaufführung.
Erinnerst du dich noch daran, wie wir vor langer Zeit unsere Gedanken trainiert haben? Meistens gingen wir von einem Traum aus…. Wir fragten uns, wie in völliger Dunkelheit Farben von solcher Intensität in uns entstehen konnten. Mit leiser, leiser Stimme, die große Dinge sagt, überraschend, tief und präzise. Bild und Worte. Wie ein schlechter Traum, geschrieben in einer stürmischen Nacht. Unter westlichen Augen. Die verlorenen Paradiese. Der Krieg ist da. Jean-Luc Godard setzt mit seinem neuesten Film sein sich alle Freiheiten nehmendes Spätwerk fort. Ein rauschhafter Gedankenfluss, eine assoziative Collage in fünf Kapiteln. Die Sehnsucht nach Freiheit. Die Abgründe der Menschheit. Die Schönheit des Kinos. Zeit und Geschichte, gedehnt und verdichtet.
„Eine halluzinogene Collage. Eine Symphonie, die wie ein Handstreich daherkommt." (Die Zeit)
Mittwoch, 24.4. um 18.30 h
 
 
 
DREAM AWAY
Deutschland/Ägypten 2018.
Regie: MAROUAN OMARA, JOHANNA DOMKE.
HD Digital. 86 Min. Originalfassung (arabisch, englisch, ukrainisch, russisch) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Bis vor einigen Jahren war Sharm El Sheikh ein Anziehungspunkt des internationalen Tourismus. Doch seit den Terroranschlägen im Jahr 2005 ist die an der Südspitze der Sinai-Halbinsel gelegene Stadt größtenteils verwaist. Der Film begleitet eine Gruppe junger Ägypter, die in den Ferienanlagen arbeiten und angesichts der Spannungen zwischen traditioneller Kultur und liberalem westlichen Lebensstil verstärkt mit Fragen kultureller Identität konfrontiert sind. Formal nutzt die Inszenierung die surrealen und mitunter fast schon dystopischen Potenziale des verödeten Ortes, um sie zu traumähnlichen Atmosphären zu verarbeiten. (Filmdienst)
DREAM AWAY ist dabei auch ein Film über einen Ort, der wie die meisten Touristenzentren eine bizarre Mischung aus folkloristischer Kulisse und Leben ist. Hier treffen Kamele auf riesige Dinosaurierfiguren, kostümierte Partygäste stalken durch echten Wüstensand. Das bewusst interkulturelle Regieduo aus dem ägyptischen Regisseur Marouan Omara und der KHM-Absolventin Johanna Domke zaubert daraus eine poetische, surreal flirrende Atmosphäre, in der sich die giftigen Nebel eines Insektenvernichters als malerische Schleier auf die Büsche legen und immer wieder kunstvoll die Grenzen zwischen Schauspielen und Selbstdarstellung verschwimmen: Auch eine schöne neue Variante des Hotels als Metapher (epd Film)
26. – 29.4. um 18.30 h
 
 
 
LA CASA LOBO – DAS WOLFSHAUS
Chile 2018.
Regie: CRISTÓBAL LEÓN, JOAQUIN COCIÑA.
HD Digital. 74 Min. Originalfassung (spanisch/deutsch) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Eine Geschichte baut auf die nächste auf. In der ersten geht es um eine lebensfrohe Gemeinde frommer Deutscher im Süden von Chile. So idyllisch die Berge und rosigen Wangen in den Archivbildern, die hier zum Einsatz kommen, auch wirken mögen, selbst der Erzähler erwähnt die Gerüchte, die Geschichte weniger appetitlicher Art sind. Dann wird ein Text eingeblendet, der nicht nur von Maria erzählt, einem Mädchen, das aus der Siedlung in den Wald geflohen ist, um einer Strafe zu entgehen, sondern auch von drei Schweinchen und einem bösen Wolf. Der Großteil des Films schildert in einer betörend-kunstvollen Stop-Motion-Animation, was Maria in dem Haus widerfährt, das sie im Wald entdeckt hat. Hierbei handelt es sich weniger um eine Geschichte als um eine Ortserkundung, denn das Haus ist stets in Bewegung: Bilder tänzeln über die Wände, Möbel tauchen auf und verschwinden, Zimmer dehnen sich aus und schrumpfen, Lampen flackern, Wesen wachsen aus dem Boden wie Bäume. Auch das Mädchen und die Schweine verlieren bald ihre feste Gestalt. Es scheint, als wolle selbst das Haus, das um sie her bebt, etwas loswerden, eine weitere Geschichte vielleicht – oder doch eine Warnung? „Es war einmal…“ (Berlinale)
"Der Raum wie die Figuren unterliegen einer endlosen Abfolge von Verwandlungen, deren düstere Wucht und Rasanz einen enormen Sog entwickelt.“ (Filmdienst)
Samstag, 27.4. um 16.45 h