Programm

 

 SCARRED HEARTS – VERNARBTE HERZEN
(INIMI CICATRIZATE) 
Rumänien/Deutschland 2016. Regie: RADU JUDE.
Mit Lucian Teodor Rus, Ivana Mladenovic, Marius Damian.
HD Digital. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. 141 Min. Erstaufführung.
In einem Sanatorium am Schwarzen Meer verliebt sich Ende der 1930er-Jahre ein an Knochentuberkulose erkrankter junger Mann in eine Patientin. Obwohl ans Gipsbett gefesselt, kommt er ihr näher, auch weil Lebensmut und Lebenshunger seine intellektuelle Fantasie beflügeln. Das visuell und erzählerisch geschickt austarierte Zeitgemälde nimmt mit großer Gestimmtheit die Perspektive des feingeistigen Protagonisten ein, wobei Texttafeln aus dem zugrundeliegenden Werk des jüdisch-rumänischen Autors M. Blecher seine Gedanken zusätzlich entfalten. In Gesprächen und Diskussionen wird der weltentrückte Ort zum zeitgenössischen Spiegel der Welt am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. (filmdienst)
Montag, 20.2. um 17.00 h
Samstag, 25.2. um 17.00 h
 

 

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Kinokränzchen:
HAUSU

Japan 1977. Regie: NOBUHIKO OBAYASHI. Digital. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
HAUSU war der erste Langfilm des Experimentalfilmers Nobuhiko Obayashi und wer auch immer beim ehrwürdigen Toho-Studio dieser Produktion grünes Licht gegeben hat, der wusste erstens nicht, was er da anrichtete und verdient zweitens einen Ehrenorden im Namen des weird cinema. Diese quietschvergnügte Avantgarde-Horror-Collage vereint buchstäblich spielend den surrealen Größenwahn eines Alejandro Jodorowsky mit dem visuellen Vokabular eines Acid-Argentos, die Story könnte von einem schwer bekifften Nippon-Jean Ray stammen und der Score klingt wie die Glücksbärchis auf DMT. Sieben ausnehmend niedliche Schulmädchen plus ein Spukhaus, ein paar Wassermelonen, ein Klavier und eine böse Miezekatze ergeben eine unvergleichlich bizarre Todesspirale und einen Hirnfick, der bis heute jeder Beschreibung spottet. Nebenwirkungen sind kindliches Staunen oder Epilepsie – dazwischen bleibt nicht viel.
Einführung: Thomas Reitmair.
Sonntag, 19.2. um 14.30 Uhr 
 
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SHORTS ATTACK – POWERFRAUEN
10 Filme in 90 Minuten: Frauen in Aktion: Frauen lieben edle Vasen (RUTH) und Körperpflege (SUPERVENUS), Frauen tanzen gerne (DISCO), sind internet- und karrierebegabt (THE GIRL VON 672K), sie vermögen Gott zu verteidigen (JESUS LADY), helfen anderen Menschen im Supermarkt (BUSKER) und sind in jungen Jahren ganz irre abenteuerlustig (MUSHKIE). Manchmal meinen Frauen, den Herd nicht abgeschaltet zu haben (PANIC ATTACK), Landfrauen stehen schon mal auf kecke Dorfpolizisten (THREE DALMATIANS) und auch Frauen bleiben im Aufzug stecken (ETAGE X).
Ausführliches Programm unter http://www.shortsattack.com/powerfrauen/
Sonntag, 19.2. um 17.30 h
 

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WORLDS APART
(ENAS ALLOS KOSMOS)
Griechenland 2015. Regie: CHRISTOPHER PAPAKALIATIS.
Mit J.K.Simmons, Maria Kavoyianni, Christopher Papakaliatis, Andrea Osvart.
HD Digital. 103 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Episodischer Liebesfilm, motivisch festgemacht am Mythos von Amor und Psyche, über Beziehungen zwischen Griechen und Nicht-Griechen aus
unterschiedlichen Generationen. Drei Geschichten zeichnen anhand einer Studentin, eines Familienvaters in mittleren Jahren und einer Seniorin ein Bild der durch die Wirtschafts- und Flüchtlingskrise existenziell wie moralisch destabilisierten griechischen Mittelschicht und beschwören den gegenseitigen Austausch als Motor, um Trennendes zu überwinden. Ein nicht immer subtiles, aber effektvolles Hohelied auf die Liebe. (Filmdienst)
Nicht umsonst hat WORLDS APART Anfang 2016 in den griechischen Kinos ein Rekordergebnis von 700 000 Eintritten erzielt – es scheint, als habe der Film etwas in der momentanen Befindlichkeit der Griechen bezügliches ihres Landes ausgelöst. (…) Der Film berührt, weil er aufzeigt, was momentan aktueller denn je scheint, denn während die ganze Welt ängstlich, unruhig und mit angehaltenem Atem über den grossen Teich nach Amerika blickt, herrschen in Europa ebenfalls Zustände des Misstrauens und der Entfremdung. Die Überwindung dieser Entfremdung ist im Film durch Vertrauen, Toleranz und Nächstenliebe möglich. Die zarten Liebesgeschichten, die geknüpft werden, sind alles Geschichten, die über verschiedene Landesgrenzen hinaus gehen. (…) Filme wie WORLDS APART sind eine Ode an die Menschlichkeit, die wir momentan so dringend gebrauchen können – denn wo Liebe ist, ist immer auch Hoffnung. (kolt.ch)
23.2. – 1.3. um 20.15 h und Montag, 6.3. um 18.00 h
 

 
 
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THE EYES OF MY MOTHER
USA 2016. Regie: NICOLAS PESCE. Mit Kika Magalhaes, Will Brill, Flora Diaz.
HD Digital. 76 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Eine junge Frau findet im Mörder ihrer Mutter eine hochambivalente Bezugsperson, die sie im Schuppen einer abgelegenen Farm jahrelang grausam peinigt, aber auch als eine Art Gefährte umsorgt. Mit dem Tod ihres Vaters droht der eigentümliche Mikrokosmos aus den Fugen zu geraten, doch dann eröffnet der Besuch einer Frau mit Baby der Einsiedlerin eine neue Lebensperspektive. Morbider Horrorfilm, getragen von faszinierenden, die Sinne betörenden Schwarz/Weiß-Bildern und einer spartanischen Filmmusik. Die seelischen Entzugserscheinungen der Einsamkeit deutet er als den Ursprung monströser Abgründigkeit. (Filmdienst)
23. – 26.2. um 22.30 h
 
 
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LEON MUSS STERBEN
Deutschland 2016. Regie: LARS KOKEMÜLLER.
Mit Nisan Arikan, Philip Spreen.
HD Digital. 87 Min. Erstaufführung.
LEON MUSS STERBEN ist eine Science Fiction-RomCom zwischen TERMINATOR und VERGISS MEIN NICHT. Es geht in dem Film um den Mittzwanziger Leon, der tödlich erkrankt ist und eine Maschine entwickelt hat, mit deren Hilfe er seinen Verstand in einen Computer übertragen will, um so zu überleben. Da seine Technologie die Menschheit ins Verderben stürzen wird, kommt die Freiheitskämpferin Aqua aus der Zukunft zurückgereist, mit dem Auftrag, Leon zu ermorden. Die beiden verlieben sich ineinander und die turbulenten Ereignisse nehmen ihren Lauf.
27.2. – 1.3. um 22.30 h
 
 
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1984
England 1956. Regie: MICHAEL ANDERSON.
Mit Edmond O'Brien, Michael Redgrave, Jan Sterling.
16mm. Deutsche Fassung. 89 Min.
Das von George Orwell 1948 entworfene utopische Schreckensbild einer zukünftigen Welt, in der sich eine imaginäre faschistische Staatsmacht zur totalen Kontrolle, selbst der menschlichen Gedanken, fortentwickelt hat.
Sonntag, 26.2. um 16.15 h
 
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NOTHING TO HIDE
Frankreich 2016. Regie: MARC MEILLASSOUX, MIHAELA GLADOVIC.
HD Digital. 85 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Haben Sie etwas zu verstecken? Niemand will in einem Überwachungsstaat leben, der einem die Freiheit raubt. Trotzdem installieren wir immer mehr Apps auf unseren Handys. Nicht selten zwingen uns die Geschäftsbedingungen, unsere Privatsphäre preiszugeben und Unternehmen Zugang zu unseren Daten zu geben. Aus Sicherheitsgründen müssen wir unser Recht auf Privates zurückstellen. Aber haben wir überhaupt private Geheimnisse? Was sagt es über uns und unsere Gesellschaft aus, wenn wir uns an die Rechtfertigung klammern, dass wir ohnehin nichts zu verstecken haben?
Sonntag, 26.2. um 18.15 h
 
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IN SEARCH OF A LOST PARADISE
Russland 2015. Regie: EUGENE TSYMBAL.
HD Digital. 52 Min. Russisch mit deutschen Untertiteln.
Dokumentarfilm über die sowjetische Kunst-Avantgarde der 1970er Jahre.
Montag, 27.2. um 18.00 h
(in Anwesenheit des Produzenten Alexander Smoljanski)

 

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CERTAIN WOMEN

ab 2. März!

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Charlie Chaplins Rede an die Menschheit aus dem Film DER GROSSE DIKTATOR (1940):