Programm

 


KATER
Österreich 2016. Regie: HÄNDL KLAUS.
Mit Philipp Hochmair, Lukas Turtur. HD Digital. 114 Min. Erstaufführung.
Andreas und Stefan leben gemeinsam mit ihrem Kater Moses wie im Paradies. Ein Gewaltausbruch, plötzlich und unerklärlich, erschüttert ihre Beziehung – der blinde Fleck, den wir in uns tragen. Andreas und Stefan haben ein glückliches Leben voller Leidenschaft: Gemeinsam mit ihrem geliebten Kater Moses bewohnen sie ein schönes altes Haus in den Weinbergen von Wien, sie arbeiten als Musiker und Disponent in demselben Orchester. Die Leidenschaft für die Musik, der große Kollegen- und Freundeskreis und ihr pelziger Gefährte prägen den Alltag der beiden Männer. Doch eines Morgens erschüttert ein unvorhergesehener Gewaltausbruch Stefans die harmonische Beziehung der beiden. Skepsis und Entfremdung bestimmen von diesem Zeitpunkt an den Beziehungsalltag und stellen eine nur schwer überwindbare Hürde dar. Während Stefan den Boden unter den Füßen verliert, ringt Andreas weiter mit seinem Misstrauen und um seine Liebe zu Stefan. Nach seinem preisgekrönten Debütfilm MÄRZ inszeniert Händl Klaus in seinem zweiten Werk die Vertreibung zweier Liebender aus dem Paradies. Mit viel Feingefühl für die männliche Seele und den blinden Fleck, den wir in uns tragen, erzählt diese musisch-poetische Ballade von der Fragilität der Liebe.
9.12. um 17.30 h
 
 

 

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CARTEL LAND

USA 2015. Regie: MATTHEW HEINEMANN.
HD Digital. 100 Min. Englisch/spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Im Drogenkrieg in Mexiko sind neben direkt staatlichen Institutionen der Vereinigten Staaten und Mexikos auch Zivilisten involviert. Gegenübergestellt werden die Bürgerwehren „Autodefensas“, die in Michoacan, Mexiko gegen die Los Caballeros Templarios kämpfen, und die paramilitärische Gruppe „Arizona Border Recon“, die im Altar Valley (dem sogenannten „Cocain Valley“ an der Grenze zwischen der USA und Mexiko
die mafiösen Aktivitäten auf Seite der Vereinigten Staaten zu unterbinden suchen. Beide Gruppen werden auch mittels eines Porträts ihrer Leitfiguren dargestellt, der Chirurg Jose Manuel Mireles steht im Zentrum der Autodefensas, die in ihren Methoden oft dem eigentlichen Feind, dem Kartell ähnelt und der Veteran Tim „Nailer“ Foley, der die nativistische und als extremistisch eingestufte Gruppe leitet.
„Ich wollte herausfinden, was passiert wenn Regierungsinstitutionen versagen und Bürger das Gefühl haben es sei notwendig, das Gesetz in eigene Hände zu nehmen.“ (Matthew Heinemann)
Süddeutsche.de schrieb, Heinemann sei dem Albtraum des mexikanischen Drogenkrieges näher gekommen als je ein Filmemacher zuvor: „Seine Aufnahmen gestatten völlig neue Einblicke in die Strukturen des Krieges.“
1. – 5.12. um 20.30h
 
 
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HELI
Mexiko/Frankreich/Deutschland/Niederlande 2013. Regie: AMAT ESCALANTE.
Mit Armando Espitia, Andrea Vergara, Linda Gonzalez.
HD Digital. 105 Min. Spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Ein blutjunger mexikanischer Familienvater aus armen Verhältnissen gerät durch eine Kette unglücklicher Zufälle, Ungeschick und Dummheit mit einem Drogenkartell aneinander, als sich der Freund seiner Schwester als Hehler versucht. Ein in präzise konturierten Momentaufnahmen entfaltetes Drama, das die allgegenwärtige Gewalt und Brutalität nicht ausspart, dabei aber stets die Folgen der mörderischen Auseinandersetzung im Auge behält.

3./4.12. um 22.30h & 6./7.12. um 20.30h
 
 
SPARROWS
(PRESTIR) Island/Dänemark/Kroatien 2015. Regie:RUNAR RUNARSSON.
Mit Atli Oskar Fjalarsson, Ingvar Eggert Sigurdsson, Nanna Kristin Magnúsdóttir.
HD Digital. 99 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Ein sensibler Jugendlicher aus Reykjavik muss zu seinem proletenhaften Vater in ein Dorf im Nordwesten Islands ziehen. Auch die Gleichaltrigen begegnen dem musisch begabten Heranwachsenden mit ruppiger Ablehnung. Nur in der Großmutter spürt er eine Seelenverwandte. Als sie stirbt, droht er das Gleichgewicht zu verlieren. Das herausfordernde Existenzdrama erzählt in ruhigen Bildern vom Ausgesetztsein in einer rauen, befremdlichen Welt, in der selbst die Natur mit ihrer Schroffheit keine Zuflucht bietet. Nur die Musik scheint eine Art Exil zu eröffnen. (Filmdienst)
2. – 5.12. um 18.00 h
 
 
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DER ZORNIGE BUDDHA

Österreich/Deutschland 2015. Regie: STEFAN LUDWIG.
HD Digital. 98 Min. Ungarisch/englisch mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
János Orsós stammt aus einer Roma-Familie. Er ist Lehrer. Und er ist Buddhist. In einem ungarischen Dorf hat er eine buddhistische Schule gegründet. Sein Ziel: Teenager aus den ärmsten Roma-Ghettos sollen es auf die Universitäten schaffen. Sein Vorbild: der Aufbruch der Unberührbaren in Indien – Mutterland der Roma und des Buddhismus. Der zornige Buddha beobachtet über fast drei Jahre János' unbeirrbaren Kampf gegen alle Widerstände. Zugleich zeichnet der Film liebevolle und ungeschminkte Portraits der Roma-Jugendlichen, die in einer Welt voller Elend und Vorurteil mit Witz und Lebensenergie ihren Weg suchen. PREIS FÜR DEN BESTEN DOKUMENTARFILM beim Int. Fünf Seen Filmfestival.
Sonntag, 4.12. um 11.00 h (Matinee)
 

 

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TRIBÜNLERIN SESI – DIE STIMME DER TRIBÜNEN
Türkei 2016. Regie: ONUR ÖNCI.
Digital. 45 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Mit dem Slogan "Çocuklar ölmesin maça gelsin" ("Kinder sollen nicht sterben, sie sollen zum Spiel kommen") wollten Spieler und Fangruppen des
Fußballvereins "Amedspor" der kurdischen Stadt Diyarbakır im Februar 2016 gegen die hohe Zahl der zivilen Opfer bewaffneter Auseinander- setzungen in den kurdischen Gebieten der Türkei protestieren. Andere Mannschaften in der Türkei reagierten darauf mit einem Gegenaufruf, indem sie ihre Fans aufforderten „gegen die PKK-Mannschaft“ zum Spiel zu gehen und zu zeigen „wie stolz sie sind, Türken zu sein“. Von der türkischen „Professionellen Disziplinarkommission für Fußball“ (PDFK) erhielt Amedspor außerdem eine Geldstrafe von 5000 Lira. Trotz all dieser Widerstände erzählt Onur Öncü in seinem Dokumentarfilm auch eine Geschichte der Solidarität, unter Fußballvereinen, unter Fans, unter Menschen. So erfuhr Amedspor in seiner Kampagne zum Beispiel Unterstützung durch den Hamburger Verein St.Pauli, in dessen Räumen in Ermangelung einer Vorführerlaubnis in der Türkei auch die Premiere von STIMMEN DER TRIBÜNEN stattfand.
Mittwoch, 7.12. um 18.00 h
 
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RIGHT NOW, WRONG THEN
Südkorea 2015. Regie und Buch: HONG SANG-SOO.
Mit Jung Jae-young, Kim Min-hee, Ko Ah-sung, Youn Yuh-jung.
HD Digital. 121 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
„Es hat nicht sollen sein.“ Was retrospektiv über viele Beziehungen gesagt wird, die scheitern bevor sie richtig begonnen haben, trifft auch auf das Verhältnis von Ham Chun-su und Yoon Hee-jung zu. Er ist Regisseur und wegen einer Filmvorführung in Suwon. Dummerweise reist er einen Tag zu früh an und lernt zufällig die Künstlerin Hee-jung kennen. Die beiden verbringen den Tag zusammen, besuchen ihr Atelier, essen Sushi, trinken Soju und gehen am Abend mit Freundinnen aus. So kommen sie einander näher, und doch geht am Ende alles schief. Doch was genau läuft verkehrt? Dieser Frage geht Regisseur Hong Sang-soo in seiner verspielten, humorvollen Romanze nach – und lässt sie mitten im Film einfach noch einmal beginnen, unter leicht veränderten Voraussetzungen…
8. – 10.12. & 12. – 14.12. um 20.00 h und Montag, 19.12. um 18.00 h
 
 
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LUCIO FULCI SPECAIL 1
Donnerstag, 8.12. um 22.30 h
 
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BITTERSWEET REVENGE
Deutschland 2016. Regie: DAVID LUNCH. Mit Melisa Ackermann, Thomas Arnold. HD Digital. 92 Min.
Die 16jährige Kim hat´s nicht gerade leicht. Mutter psychisch krank, Vater ein Säufer, der sie missbraucht. Ihrer Freundin Claire geht es nicht besser: Sie ist in den Händen einer Loverboygang. Kim gelingt es, Claire zu befreien. Gemeinsam gehen Sie auf einen Rachefeldzug gegen ihre Peiniger. Wüster Kracher mit einem famos aufspielenden Ensemble, allen voran Olaf Ittenbach. (Weekend of Fear)
Freitag, 9.12. um 22.30 h
 
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DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER
(QUELLA VILLA ACCANTO AL CIMITERO) Italien 1980. Regie: LUCIO FULCI.
Mit Catriona McColl, Dagmar Lassander. HD Digital. 84 Min. Deutsche Fassung.
Lucio Fulcis Das Haus an der Friedhofsmauer ist die perfekte Synthese aus Bild, Klang und Atmosphäre zu einem meisterlichen Horrorfilm.
(Grogor Torinus, artechock)
Samstag, 10.12. & Montag, 12./Dienstag, 13.12. um 22.30 h
 
 
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LUCIO FULCI SPECIAL 2
Mittwoch, 14.12. um 22.30 h
 
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LOVE, SEX AND VENGEANCE: A KALEIDOSCOPE OF SHORTS
The Underground FilmFest presents
a curated selection of short fiction and documentary film covering all aspects of relationships – love, sex, and revenge, offering the viewer different perspectives on relationships among family, men and women, among women, among men, and also the encounters with the sex industry and dealing with sex abuse. Top new independent filmmakers from Germany, Sweden and Austria are featured.
Underground FilmFest is a unique global pop-up series, underground in spirit, connecting filmmakers and film lovers from around the world.
https://www.facebook.com/events/975454785931326/
Samstag, 10.12. um 15.00 h
 
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MARKETA LAZAROVA
CSSR 1967. Regie: FRANTISEK VLÁCIL. Mit Josef Kemr, Magda Vasaryova, Nad Hejna.
HD Digital. 165 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Ein 15-jähriges Mädchen im Hochmittelalter erblickt seine Zukunft in der vollkommenen Ergebenheit zu Gott, wird aber in die Strudel der Zeit gerissen und zur irdischen Liebe bekehrt. Die komplex verästelte Legende einer leidenschaftlichen Liebe, die alle mit ihr in Berührung kommenden Menschen verwandelt, übersetzt die Empfindungen der Figuren in metaphorische Bilder und assoziative Montagen. Das monumentale Epos ist in den Übergang aus einer Ära der ungehemmten Gewalt in die neue Entwicklungsstufe der Humanität eingebunden und erinnert in seiner
Symbiose aus Naturalismus und Überhöhung, Wildheit und Poesie, Grausamkeit und Zärtlichkeit an Andrej Tarkowskis fast zeitgleich entstandenes Drama ANDREJ RUBLJOW (1966-69). (Filmdienst)

Sonntag, 4.12. und Sonntag 11.12. um 14.30 h
Ausserdem 22./23.12. um 20.00 h
 

 
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DAS LAND DER ERLEUCHTETEN
(THE LAND OF THE ENLIGHTENED) Belgien/Irland/Niederlande/Deutschland/Afghanistan 2016. Regie: PIETER-JAN DE PUE.
HD Digital. 87 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Eine Bande afghanischer Nomaden-Kinder gräbt alte sowjetische Landminen aus und verkauft den explosiven Inhalt an Kinder, die in den Lapis Lazuli Minen arbeiten. Eine andere Kinderbande behält die Karawanen fest im Blick, die die blauen Edelsteine durch die unwirtlichen Berge des Pamirgebirges schmuggeln – wenn sie nicht gerade ihren Träumen nachhängen, in denen die amerikanischen Truppen ein für allemal ihr Land verlassen.
Sonntag, 11.12. um 18.00 h/Freitag, 16.12. um 18.30 h/Freitag, 23.12. um 18.30 h
 

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EIN HAUS IN BERLIN
GB/Deutschland 2013/14. Regie: CYNTHIA BEATT, BJÖRN KÄMMERER.
Mit Susan Vidler, Isi Metzstein, Clemens Schick.
HD Digital. 96 Min. Erstaufführung.
Manchmal ist es das Zusammenspiel aus einer gewissen Alltagsroutine und einem kleinen Zufall, das plötzlich in der Summe so etwas wie Schicksal ermöglicht. So wie im Falle Stellas. Die Schottin lebt als Literaturdozentin in Glasgow (Fachgebiet: Robert Louis Stevenson und seine Literatur im Exil) und fühlt seit dem Tod ihres Vaters oft phantomschmerzhaft die Abwesenheit der eigenen Wurzeln, der eigenen Zugehörigkeit. Doch dann ereilt sie ein Brief aus Berlin: Sie ist die Alleinerbin eines Wohnhauses, das einst ihrem jüdischen Großonkel gehörte. Die Geschichte des Hauses ist ein Stück deutsche, europäische Geschichte: Erst nach einem Restitutionsprozess konnte der Großvater in den 90er Jahren wieder als Besitzer über sein rechtmäßiges Eigentum verfügen. Nun soll das Haus – vom Anwalt des ehemaligen Besitzers abgewickelt – verkauft werden. Stella reist nach Berlin und stellt fest, dass es sich keinesfalls einfach nur um eine Immobilie in Berlin handelt, die den Besitzer wechseln soll. Vielmehr soll
hier ein lebendiges Stück der jüdischen Geschichte Berlins, aber auch ihrer eigenen Familienbiographie, veräußert werden.
Sonntag, 11.12. um 20.30 h in Anwesenheit der Regisseurin
Montag, 12.12. um 18.00 h & Sonntag, 18.12. um 11.00 h (Matinée)
 
 
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VIACRUCIS MIGRANTE – KREUZWEG DER MIGRANT_INNEN
D 2015. Regie: HAUKE LORENZ. Digital. 60 Min.
Dokumentation über Männer, Frauen und Kinder, die vor den existentiell bedrohlichen Verhältnissen in ihren Heimatländern Honduras, El Salvador und Guatemala fliehen. Der Film begleitet drei zentralamerikanische Migrant_innen auf einem Teilstück ihrer Flucht in den Norden – einer lebensgefährlichen Reise, auf der sie Risiken wie Entführung, Vergewaltigung und Überfällen ausgesetzt sind. Auf der Suche nach Sicherheit und einem besseren Leben finden Sie Kraft, Glaube und Unterstützung in einer Herberge kurz hinter der südmexikanischen Grenze. Hier gibt es Menschen, die ihnen dabei helfen wollen, das Martyrium der mindestens 1.700 Kilometer langen Reise Richtung USA zu überstehen. Die Migrantenherberge wird von einem Franziskanerorden betrieben. Doch auch an diesem sicheren Ort der katholischen Kirche kommen die
Protagonisten nicht zur Ruhe. Sie treffen auf Leidensgenossen, die Abschiebungen, Überfälle, sexuelle Gewalt und Angriffe erlebt haben. Unter
ihnen sind Frauen, Familien und Transgenderpersonen, die eher in Mexiko Asyl beantragen als die gefährliche Reise zu riskieren.
VIACRUCIS MIGRANTE – KREUZWEG DER MIGRANT_INNEN erzählt ihre Geschichten und lässt sie erklären, warum sie ihr Leben auf einer Reise durch eines der gefährlichsten Länder der Welt in die Ungewissheit riskieren.
Dienstag, 13.12. um 18.00 h
 
 
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BEN BERLIN – AUS DIESEM TRALLALA KOMMST DU NICHT RAUS
Deutschland 2015. Regie: PANTEA LACHIN, SOBO SWOBODNIK.
HD Digital. 90 Min. Erstaufführung.
Zurückhaltende, mitunter fast schon meditative Langzeitbeobachtung des seit Jahrzehnten in Berlin lebenden Aktionskünstlers, Galeristen und Umweltschützers Ben Wagin, der sich mit sicherem Gespür für die Wunden der Historie um die Erinnerungskultur der Hauptstadt wie der Republik verdient gemacht hat, wofür er mittlerweile auch von der Politszene geschätzt wird. Aktuell ist der 85-jährige, körperlich noch durchaus agile Künstler damit beschäftigt, schon zu Lebzeiten seinen Nachlass zu verwalten. (Filmdienst)
Mittwoch, 14.12. um 17.30 h & Donnerstag, 15.12. um 18.00 h