Programm

BEI UNS IST JEDER TAG KINOTAG!

UNSERE EINTRITTSPREISE SIND MODERAT UND ABHÄNGIG VON DEN GESPIELTEN FILMEN UND BEWEGEN SICH ZWISCHEN 4,50 EUR und 5,50 EUR.

BEI ÜBERLÄNGE ERHEBEN WIR EINEN MINIMALEN PREISAUFSCHLAG.

KASSENÖFFNUNG 15 MINUTEN VOR BEGINN DER VORSTELLUNG.

KEIN VORVERKAUF, NUR ABENDKASSE.

WIR SPIELEN KEINE WERBUNG, DESHALB BITTE PÜNKTLICH KOMMEN.

 

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1968 – UND ?
3.-16.12.2018
 
In der zweiwöchigen Filmreihe versuchen wir nochmals dem Jahr 1968 und dessen Mythos auf die Spur zu kommen. Dies nicht primär anhand zeitgenössischer filmischer Arbeiten, sondern vielmehr mit dem, was vom revolutionären Geist dieses Jahres übrig blieb, mit besonderem Augenmerk auf Münchner Künstler und Filmemacher, in deren Arbeiten und Positionen sich mehr oder weniger die einst postulierten Ideale und Utopien wiederfinden, manifestieren und fortsetzen. Ergänzend werden einige neuere Filme aufgeführt, die sich explizit auf das Jahr ‘68 beziehen, sowie Werke, die vorausschauend als Wegweiser funktionierten. Soweit möglich wird die Reihe von den beteiligten Regisseuren persönlich begleitet. Und abschließend wird es eine retro-futuristische Performance der Münchner Künstlerin Evelyn Rüsseler aka Bear Boy geben. 100 Jahre Räterepublik, 50 Jahre 1968 – Und…?
 
ALAIN TANNER IM JAHRE 2000 25
Montag, 10.12. um 22.30 h
 

DER PARFÜMIERTE ALPTRAUM

(MABABANGONG BANGUNGOT/THE PERFUMED NIGHTMARE) BRD/ Philippinen 1977. Regie, Buch, Schnitt: KIDLAT TAHIMIK. Kamera: Kidlat Tahimik, Helmut Lerch. Musik. Hans Christian Müller. Mit Kidlat Tahimik, Mang Fely, Dolores Santamaria, Katarina Müller. 16mm. 93 Min. Originalfassung (englisch) mit deutschen Untertiteln. Tahimik erzählt in seinem ersten Film die grandiose Geschichte eines philippinischen Jeepney-Fahrers, der vom Flug zum Mond träumt und dem auf einer Europareise klar wird, dass er den falschen Vorbildern nachläuft. Der Film avancierte zum Kultfilm des postkolonialen Kinos und wurde für Tahimik zum Vehikel, das auch ihn um die Welt trug. Nicht schlecht für einen Autodidakten, der sich das Filmemachen bei dem Dreharbeiten selbst beibrachte und der aus Geldmangel auf abgelaufenem Material drehen musste, das er von befreundeten Studenten der HFF geschenkt bekommen hatte. Mittwoch, 12.12. um 20.15 h | Donnerstag, 13.12. um 22.30 h

WHO INVENTED THE YO-YO? WHO INVENTED THE MOON BUGGY?

(SINONG LUMIKHA NG YOYO? SINONG LUMIKHA NG MOON BUGGY?) BRD/Philippinen 1978/82. Regie, Buch, Kamera, Schnitt, Special Effects: KIDLAT TAHIMIK. Mit Kidlat Tahimik, Gottlieb De Guia, Gisela Wolfbauer, Katrin Müller De Guia. HD Digital. 94 Min. Englische Originalfassung. Die Quasi-Fortsetzung von Tahimiks Debütfilm, von derselben Spiel- und Bastelfreude beseelt und genauso erfindungsreich. Diesmal arbeitet er gemeinsam mit Kleinkindern auf einem bayrischen Bauernhof an einem Raumschiff, um herauszufinden, ob man auf dem Mond auch Yoyo, das laut Wörterbuch auf den Philippinen erfunden wurde, spielen kann. So wird der Bauernhof zur Geburtsstätte des ersten philippinischen Raumfahrtprojekts Und „yo yo“ sagen die Leute hier, wenn sie Zustimmung signalisieren wollen und die Zwiebeltürme künden sowieso schon von früheren Mondfahrten. Mittwoch, 12.12. um 22.30 h

ANATAHAN ANATAHAN

BRD 1969. Regie: MARTIN MÜLLER. Buch: Martin Müller, Christian Friedel. Kamera: Bernd Fiedler. Mit Sonja Lindorf, Veith Von Fürstenberg, Klaus Lemke, Werner Enke, Christian Friedel. Digital. 57 Min. Frühjahr 1969 in einer Schwabinger Wohngemeinschaft. Zur brandneuen Dylan-LP „Nashville Skyline“ beginnt der Film auf einem großen Bett, auf dem sich eine buntgemischte Clique ihr Headquarter eingerichtet hat: Konspirative Treffen, Liebschaften, Musik, Kulturlektüre, Alltagsphilosophien und die Sichtung eines Films mit Werner Enke für den amerikanischen Produzenten-Tycoon Hathaway Klaus Lemke. Und immer sind die Ikonen dieser Zeit dabei: die Stones, Elvis, Marianne Faithful, Amon Düül II, Warhol. Davor zwei Kurzfilme von Martin Müller: UNDER MY THUMB (3 Min.) und GESCHÄFTSFREUNDE (16 Min.|beide 1968). Donnerstag, 13.12. um 20.15 h in Anwesenheit von Martin Müller, Klaus Lemke und Veith Von Fürstenberg

STEP ACROSS THE BORDER

Deutschland/Schweiz 1990. Regie, Buch: NICOLAS HUMBERT, WERNER PENZEL. Kamera: Oscar Salgado. Mit Fred Frith, Jonas Mekas, Ted Milton, Robert Frank, Iva Bittová, Arto Lindsay, Zeena Parkins. 35mm. 90 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Music is (r)evolution! Die ganze Welt ist Klang. Davon erzählt der Film und folgt den Spuren des New Yorker Multiinstrumentalisten Fred Frith, der auf wundervolle Weise Rhythmus, Bilderlust und Lebensfreude vereint. Konzertmitschnitte, Improvisationen in Hotelzimmern und Kamerafahrten durch New York und Tokio vermischen sich zu einer filmischen Klangskulptur. „The most important mix of music and film since the early 70s.” (New York Times) Freitag, 14.12. um 20.15 h in Anwesenheit von Nico Humbert

LE GROUPE MAUDIT

ist abscheulich, hassenswert, verachtenswert, scheußlich, entsetzlich, ekelerregend, unausstehlich, widerlich, abstoßend, grauenhaft, niederträchtig, fürchterlich, teuflisch, armselig, verdammt, unruhig, stürmisch, verboten, abgestürzt, räudig, getrieben, aber auch: Unantastbar und verführerisch! (Quelle: Duden) Vor allem aber unberechenbar und präsent! Freuen Sie sich auf eine Nacht mit ausgewählten Arbeiten von und mit dem derzeit spannendsten Münchner Künstlerkollektiv. Freitag, 14.12. ab 22.30 h in Anwesenheit von Le Groupe Maudit

FILME ZUR STUDENTENBEWEGUNG 1967-1969

Das von Alexander Kluge und Edgar Reitz gegründete Institut für Filmgestaltung an der Hochschule für Gestaltung Ulm hat vor fünfzig Jahren eine Folge von Filmen über die studentische Protestbewegung der Jahre 1967-69 produziert. 3 Phasen der Protestbewegung werden dokumentiert: Die Situation des Protests, wie er sich an der Freien Universität Berlin unmittelbar nach dem Tod von Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 entwickelt. Das Übergreifen des Protests auf die Hochschulen der Bundesrepublik und das sich nach außen Wenden des Protests gegen die Springerpresse, gegen die Notstandsgesetze der Großen Koalition, gegen den Krieg in Vietnam. Den Zerreißprozess, der die studentische Protestbewegung im Herbst 1968 erschüttert und zu ihrem Verfall geführt hat. Filme von Günther Hörmann, Hans Dieter Müller, Wilfried E. Reinke. Alle Filme digital. Ca. 100 Min. Samstag, 15.12. um 18.00 h

EIN DIA-ABEND VON DER REVOLUTION

Deutschland 2008. Regie, Buch, Schnitt: FRANZ WANNER. Digital. 40 Min. Zwischen Archivbildern und Interviews entwirft Franz Wanner eine Erzählung der 68er-Bewegung an der Akademie der Bildenden Künste München. Die im Film verwendeten Dias nahm der damalige Hausmeister der Kunstakademie in der Absicht auf, die Protestmalereien der Studierenden als Sachbeschädigung zu dokumentieren. Zu Wort kommen u.a. Hans-Jochen Vogel, Johannes Constantinides, Alrun Prünster, Rita Mühlbauer, Walter Amann und Wolfgang Schikora.

FILME DES KING KONG KUNSTKABINETTS

Abenteuer in der Südsee (1980|30 Min.) | Das Leben in den Sternen ist nicht gefährlicher (1981|15 Min.) | Wer will denn als Korkenzieher weiterleben (1989|5 Min.) | Drei Geschwindigkeiten (1989|6 Min.) | Getriebe – ein Zirkusfilm (1991|15 Min.) | Stop and Go (2000|14 Min.)

Von Walter Amann, Wolfgang Schikora, Ulrich Zierold. 16mm/Super8. Die Welt kann so klein sein. Eine Linie, ein Strich oft genau so mutig wie Expeditionen in ferne Zeiten und Räume. Die Filme – seit 1979 auf analogem Super8- und 16mm-Material entstanden – reflektieren Produktionsbedingungen und –prozesse der Künstler. Der eigene Anspruch bricht sich komödiantisch an den Herausforderungen der Kunsttheorie. Die Künstler selbst treten in ihrer alltäglichen Labor-/ Atelierumgebung als Wissenschaftler und Produzenten auf oder bestehen vorgeblich echte Abenteuer, die jedoch von der Regie als läppisch enttarnt werden. (Matthias von Tesmar, Underdox) Samstag, 15.12. um 20.15 h in Anwesenheit von Franz Wanner, Walter Amann und Wolfgang Schikora

THE MIDDLE MYSTERY OF KRISTO NEGRO

(DAY TINGNGA TI MISTERYO TI KRISTO NEGRO) Philippinen 2009. Regie, Buch, Produktion: KHAVN DE LA CRUZ. Kamera: Albert Banzon. Mit Macoy Duran, Mary Tamayo, Kat Sandoval. Digital. 70 Min. Originalfassung (tagalog) mit englischen Untertiteln. This is not a film by KHAVN! Das will man fast glauben, angesichts dieses filmischen Fiebertraums. Ritualisierung und Katholizismus manifestieren sich in KHAVN’s bislang spartanischstem Werk auf radikal-ästhetische Weise. Die Bilder scheinen aus einer anderen (Vor-)Zeit, auch des Kinos, zu kommen. Und auch die angedeutete Geschichte zwingt uns dazu, atavistischen Strukturen zu folgen. Und zwar denen von Opferung, Selbst-Kasteiung und Kreuzigung. Das Ganze ist angesiedelt in einer wahrhaft biblischen Landschaft, von KHAVNS’s großartigem Kameramann Albert Banzon wahnhaft als flirrende Exkursion ins Reich der Mythen abgebildet. Sonntag, 16.12. um 18.00 h

CARTE BLANCHE FÜR BEAR BOY: TRANS – AUFBRUCH AUS DEM GEFANGENEN LEBEN

1968 – UND…? Das Abschlussprogramm der Filmreihe unter dem Motto: TRANS – Ausbruch aus dem gefangenen Lebenschlägt einen Bogen von Transsubstantiation, colonial pain, zu Mensch-Tier-Transformation, über Figuren des Ausbruchs und der Lustigkeit; zu erleben sind Autorennen und widerständige Anstalt, um im ultimativen Escape & Surrender von PANKOW '95 zu gipfeln. Don't miss the show! Featuring u.a. THE MIDDLE MYSTERY OF KRISTO NEGRO (KHAVN de la Cruz, 2009), BEAR BOY SPECIAL (Bären-Stummfilmmaterial mit Musikbegleitung durch das Publikum).  Sonntag, 16.12. um 20.15 h in Anwesenheit von Evelyn Rüsseler aka Bear Boy

PANKOW '95

BRD 1983. Regie, Buch: GABÓR ALTORJAY. Kamera: Jörg Jeshel. Musik: Tom Dokoupil Mit Udo Kier, Christine Kaufmann, Dieter Thomas Heck, Magdalena Montezuma, Tom Dokoupil, Nina Hagen. 35mm (oder HD Digital). 83 Min. Fiktive Lebensläufe im Umfeld einer psychiatrischen Anstalt für politische und moralische Abweichler. Eine sprunghafte Folge alptraumhafter Bilder über absurde Wirklichkeiten in Ost und West, recht reizvoll als kritisch-satirische Zukunftsvision. 1995 – UND ? Vorher: AUGUSTINES NACHMITTAG (Bear Boy, 2018) Sonntag, 16.12. um 22.30 h in Anwesenheit von Evelyn Rüsseler aka Bear Boy   

Mit freundlicher Untertsützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.
 
 

 

 
 
 
 

 
HANS BLUMENBERG – DER UNSICHTBARE PHILOSOPH
Deutschland 2018.
Regie: CHRISTOPH RÜTER.
HD Digital. 102 Min. Erstaufführung.
Hans Blumenberg war und ist einer der einflussreichsten deutschen Philosophen der Nachkriegszeit. Sein Thema ist der Mensch, der über die Jahrhunderte hinweg um seine Selbstbehauptung gegen den Absolutismus der Wirklichkeit kämpft. Das Instrument dafür ist sein Denken, das er als Nachdenklichkeit versteht, das innehält und sich seiner selbst bewusst
wird, Umwege zulässt, Distanz zum Übermächtigen schafft. Diesen Vorgang nennt Blumenberg das „Abenteuer des Denkens“. Drei Spurensucher reisen in Christoph Rüters Film in einem Bus quer durch Deutschland, um sich von dem Philosophen Hans Blumenberg ein Bild zu machen. Sie sprechen mit Menschen, die ihn gekannt haben, diskutieren seine Gedanken. Ausgangspunkt ist Blumenbergs Heimatstadt Lübeck, von hier folgen die Drei dem langen Weg seines Lebens und Denkens. Er führt sie über Münster, Heidelberg, Marbach, Stuttgart, München bis nach Zürich. An all diesen Orten kommen Zeugen zu Wort, die Blumenberg noch gekannt haben, die von seinem Charakter und seiner unglaublichen Präsenz berichten.
Letzte Vorstellung am Dienstag, 2.1. um 18.00 h
 
 
 
 
 
MÜNCHNER FREIHEIT
Deutschland 1998.
Regie: HARALD RUMPF. 
16mm. 105 Min.
Münchner Freiheit – das sind Beobachtungen, Skizzen und Szenen aus dem Leben von sechs Menschen, die auf der Straße leben, festgehalten über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Sie handeln vom Altwerden auf der Straße, von einer Liebesbeziehung, von medizinischer Selbstversorgung, von Freundschaften und Zweckbündnissen, von verquerem Humor und, trotz aller Unbill, einem ungeheuren Lebenswillen.
Vorfilm: DER WANDERDICHTER.
Deutschland 2013. Regie: RINA ZIMMERING. Digital. 10 Min. Mit Josef Jaud.
Immer unterwegs. Überall zu Hause. Seit über 20 Jahren wohnt Josef Jaud unter freiem Himmel, ein Leben zwischen kalten Mauersteinen und Poesie. Für einen Tag nimmt er uns mit auf seine Reise. Ein dokumentarischer Kurzfilm über das Leben eines Wanderdichters.
Samstag, 15.12. um 15.30 h in Anwesenheit von Harald Rumpf und Josef Jaud
 

 
 

 
BACK TO THE FATHERLAND
Österreich 2017.
Regie: GIL LEVANON, KAT ROHRERE.
HD Digital. 77 Min. Originalfassung (deutsch/englisch/hebräisch) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Schon seit vielen Jahren sind Gil, die Enkelin von Holocaust-Überlebenden, und Kat, die Enkelin eines Nazi-Offiziers, miteinander befreundet. In ihrer Dokumentation BACK TO THE FATHERLAND treffen sie auf Dan und Guy, zwei junge Israelis, die wie so viele ihrer Generation die Heimat verlassen und sich ausgerechnet in Deutschland und Österreich – jenen Ländern, in denen ihre Großeltern verfolgt und ermordet wurden – ein neues Leben aufbauen. Besonders bei Familie und Freunden stoßen sie mit dieser Entscheidung auf Unverständnis. Wie ist es möglich, sich eine Zukunft zu schaffen, ohne die Vergangenheit zu ignorieren? (Florian Widegger)
Letzte Vorstellung am Sonntag, 16.12. um 11.00 h (Matinée)
 

 
 
 
 
 
BLUE MY MIND
Schweiz 2017.
Regie: LISA BRÜHLMANN.
Mit Luna Wedler, Zoe Pastelle Holthuizen, Regula Grauwiller.
HD Digital. 97 Min. Originalfassung (schweizerdeutsch) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Nach dem Umzug in eine neue Stadt steht eine 15-Jährige vor einem schwierigen Neuanfang. Während sie sich von ihren Eltern absondert und mutmaßt, dass sie adoptiert sein müsse, stürzt sie sich vehement in neue Schulfreundschaften, Partys, Abenteuer mit Jungs und illegale Raubzüge. Doch weder Sex noch Drogen können verdrängen, dass sich ihr Körper in einem rätselhaften Maße verändert. Ambitionierte Mischung aus Coming-of-Age-Geschichte, Fantasy- und Horrorfilm, die das Sujet der Körperverwandlung ebenso spannend wie rätselhaft durchdekliniert. Vorzüglich fotografiert und gespielt, interpretiert der Film das Drama der Pubertät auf originelle Weise neu und fordert in seiner lustvollen Grenzüberschreitung heraus. (Filmdienst)
Auf vielfachen Wunsch nochmal am Sonntag, 16.12. um 15.30 h
 

 
 
 
 
MARX RELOADED – 200 JAHRE KARL MARX
Anlässlich des 200. Geburtstags von Karl Marx im Jahr 2018 widmet das Werkstattkino dem bedeutenden Theoretiker von Kommunismus und Ökonomie des 19. Jahrhunderts eine thematische Filmreihe, die in Zusammenarbeit mit dem Kurator Alexander Schwarz konzipiert
wurde. 1818 in Trier geboren, hat Karl Marx selbst den Aufstieg des Kinos als Massenmedium nicht mehr erlebt. Als Figur in der Filmgeschichte ist er aber immer wieder präsent. Die Filmreihe legt mit einer Auswahl von Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilmen jeweils ganz verschiedene Zugänge zu Marx offen und fragt danach, welche Relevanz seine Ideen heute besitzen.
Die Filmreihe wurde gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.

DER JUNGE KARL MARX
Frankreich/Deutschland/Belgien 2017.
Regie: RAOUL PECK.
Mit August Diehl, Vicky Krieps, Olivier Gourmet.
HD Digital. 118 Min.
Marx lebt gemeinsam mit seiner Frau Jenny in prekären Verhältnissen im Pariser Exil. Dort begegnet er eines Tages dem jungen Friedrich Engels. Aus intellektueller Verbundenheit entwickelt sich bald eine tiefe Freundschaft. Raoul Peck verfilmte als erster Regisseur außerhalb des ehemaligen Ostblocks die Biographie von Karl Marx und arbeitete dafür mit Pascal Bonitzer zusammen, dem langjährigen Ko-Autor der Filme von Jacques Rivette. Gerade aus der Spannung zwischen der Form des konventionellen Biopics und dem revolutionären Denken Marx’ entwickelt der Film seine Intensität.
Montag, 17.12. um 18.00 h
 
 
 

ZA MARKSA – FÜR MARX
Russland 2012.
Regie: SVETLANA BASKOVA.
Mit Sergey Pakhomov, Vladimir Epifantsev, Victor Sergachev.
HD Digital. 106 Min. Originalfassung mit englischen Untertiteln.
Ein Stahlwerk in der russischen Provinz: Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal, Löhne werden beständig gekürzt, Personal entlassen. Als eine Gruppe von Arbeitern eine Gewerkschaft gründet und es zu Streiks kommt, ordnet der Fabrikinhaber kurzerhand die Ermordung der Gewerkschaftsführer an. Ein Überlebender muss sich entscheiden – die Revolution weiterführen oder die Spielregeln einer kapitalistischen Oligarchie akzeptieren? In Anlehnung an die Theorien von Brecht, Godard und Marx und mit der Dramaturgie einer
griechischen Tragödie inszeniert Baskova den Klassenkampf in Zeiten der Finanzkrise.
Dienstag, 18.12. um 20.00 h
 
 
 
 
SYSTEM ERROR
Deutschland 2018.
Regie: FLORIAN OPITZ.
HD Digital. 95 Min.
Florian Opitz, vor allem bekannt durch SPEED – AUF DER SUCHE NACH DER VERLORENEN ZEIT (2014), widmet sich in SYSTEM ERROR der Widerständigkeit des Kapitalismus in Zeiten anhaltender Krisen. Zu Wort kommen dabei sowohl Enthusiasten des Neoliberalismus, wie der
Hedgefond-Manager und ehemalige Trump-Berater Anthony Scaramucci, als auch dessen Kritiker, so beispielweise der Ökonom Tim Jackson. Immer wieder stellt Opitz auch Zitate von Karl Marx in den filmischen Raum. Der Film spürt den Fehlern im System nach und stellt die Frage nach dessen Zusammenbruch.
Mittwoch, 19.12. um 20.15 h
 
 

 
 
 
ANGEL WAGENSTEIN – ART IS A WEAPON
USA 2017.
Regie: ANDREA SIMON.
HD Digital. 85 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
"Every revolution is an adventure, and nobody knows where the revolution will end. Every change is filled with hope. It’s another matter whether the revolution lives up to its own agenda… because the death of revolutions is encoded within them. They are born, in order to
die." Diese Worte kommen von jemandem, der mehrere Revolutionen erlebt hat. Jemand, der drei politische Regimes überlebt hat, jemand, der immer wieder von neuem angefangen hat. Angel Wagenstein – Drehbuchautor, Romanautor, Dokumentarfilmer – von seinen Freunden genannt: "Jackie". Jemand, der Revolutionen nicht nur beobachtet hat, sondern der an ihnen teilgenommen hat, sich eingemischt hat – nicht zuletzt mit den Mitteln des Films. ART IS A WEAPON – das ist der Titel eines Films, der das Leben von Angel Wagenstein dokumentiert – ein Film, der das Lebenswerk von Angel Wagenstein würdigt – und nicht zuletzt Portrait eines Mannes, der immer noch vom Willen zur Veränderung angetrieben ist.
Montag, 17.12. um 20.15 h
Sonntag, 30.12. um 11.00 h (Matinee)
 
 
 
 

SHORTS ATTACK – GOLDEN SHORTS
Über 500 Kurzfilme wurden beim 29. Internationalen Kurzfilmfestival Berlin im November in 7 Wettbewerben, in Länderschwerpunkten und diversen Themenprogrammen und Events gezeigt. Shorts Attack versammelt im Dezember Highlights und Lieblinge aus verschiedenen
Sektionen. Filme, die sich sehen lassen können: Vom Jungen „Hazel“ in der Pubertät mit seiner schrillen Mutter über einen durchgeknallten Chor („Choir Tour“) bis hin zur Französin, die Anmache angeblich überhaupt nicht mag („No comment“). „Fishing without Nets“ bringt uns
Piraten vor Somalia näher, „Jonah“ zeigt in opulenten Bildern den Boom in einem kleinen Fischerdorf, „Grünes Gold“ spürt einer revolutionären Art der Energiegewinnung nach, und für „Mr Hublot“ steht der Hausfriede auf dem Spiel. Bei „Duku Spacemariens“ geht mal eben die Welt unter und „La Mort du Père Noël“ zeigt, wer den Nikolaus umbrachte.
Filme teilweise in englisch bzw. mit englischen Untertiteln!
http://www.shortsattack.com/golden-shorts/
Montag, 17.12. um 22.15 h
 
 

HERE TO BE HEARD – THE STORY OF THE SLITS
Großbritannien/USA 2017.
Regie: WILLIAM E. BADGLEY.
HD Digital. 86 Min. Originalfassung ohne Untertitel. Erstaufführung.
Die Energie und Radikalität, mit der sich die erste Frauenpunkband der Welt von der männerdominierten Gesellschaft lossagte, fasziniert noch heute. THE SLITS – allein schon der Name ist revolutionär – gründeten sich 1976 in London und ließen sich nicht stoppen, weder
von Anfeindungen noch von körperlichen Angriffen. Sie hielten fest an ihrer hart erkämpften Freiheit – von Normen, Schubladen, Werbelogik und Geschlechterrollen. Deshalb sind THE SLITS auch heute noch Vorbild für junge Musikerinnen, wie der Dokumentarfilm HERE TO BE HEARD neben der Aufarbeitung der Bandgeschichte zeigt. Basierend auf umfangreichem und bisher nicht gesehenem Archivmaterial, lässt der Regisseur u.a. die ehemaligen Bandmitglieder Viv Albertine, Tessa Pollitt und Palmolive zu Wort kommen.
Dienstag, 18.12. und Mittwoch, 19.12. jeweils um 22.15 h
 

 

 
 
 
DIE ERBINNEN
(LAS HEREDERAS).
Paraguay/Deutschland/Brasilien/Uruguay/Norwegen/Frankreich 2018.
Regie: MARCELO MARTINESSI.
Mit Ana Brun, Margarita Irun, Ana Ivanova.
HD Digital. 98 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Die Beziehung zweier seit vieler Jahre als lesbisches Paar in der paraguayischen Hauptstadt Asunción lebender Frauen verändert sich, als die Dominantere der beiden für ein paar Monate ins Gefängnis muss. Ihre stille Partnerin rutscht in dieser Zeit in die Rolle einer Chauffeurin hinein, mit der sie Geld verdient, herumkommt und andere Frauen kennenlernt. Das stille Melodram wirft einen liebevollen Blick auf den Alltag der beiden unterschiedlichen Frauen und beobachtet mit großer Sensibilität und Aufmerksamkeit, welche Veränderungen ein bisschen Emanzipation hervorrufen kann. (Filmdienst)
Letzte Vorstellung am Sonntag, 23.12. um 11.00 h (Matinee)
 
 

 
 

AN ELEPHANT SITTING STILL
(DA XIANG XI DI ER ZUO)
China 2018.
Regie: HU BO.
Mit Yu Zhang, Yuchang Peng, Uvin Wang, Congxi Li.
HD Digital. 230 Min. Originalfassung (mandarin) mit deutschen Untertiteln.
„Ein Film noir in der heruntergekommenen Mittelschicht Chinas, erzählt im Figurenensemble. Mehrere Geschichten laufen nebeneinander, werden abwechselnd fokussiert, bis sie sich verdichten, die Stränge unweigerlich zusammenlaufen. Ihr Zielpunkt: die Stadt Manzhouli, in der ein eigenartiges Kuriosum die Attraktion ist. Ein Elefant, der einfach nur dasitzt und seine Umgebung ignoriert, selbst wenn ihm Futter gebracht wird. Eine Trost spendende Anschauung inmitten der Verzweiflung, die das Leben bereithält. Und vielleicht auch role model für das Aushalten der widrigen Umstände. Hu Bos Film ist in diesem Sinne auch ein Aufbegehren gegen die Hoffnungslosigkeit, und ein Plädoyer fürs Überleben.”
(Dunja Bialas)
„Es fällt uns immer schwerer, Vertrauen auch nur in die winzigsten Dinge zu haben. Die Enttäuschung darüber ist kennzeichnend für die heutige Gesellschaft. In AN ELEPHANT SITTING STILL geht es um persönliche Mythen inmitten des Alltags. Am Ende verliert jeder Mensch das, was ihm am meisten bedeutet.” (Hu Bo)
Dienstag, 25.12. um 15.45 h
 
 

 
 

 
 

THE LAST MOVIE                               USA 1971. Regie: DENNIS HOPPER. Mit Dennis Hopper, Roy Engel, Julie Adams, Stella Garcia, Samuel Fuller. HD Digital. 108 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung der restaurierten Fassung.

In der Wildnis von Peru wird ein Hollywood-Western gedreht. Die peruanischen Eingeborenen schauen staunend zu, ohne zu begreifen, daß die wüsten Schießereien nur gestellt sind. Nachdem die Filmleute abgezogen sind, spielen die Indios selbst "Filmproduktion"; sie allerdings prügeln sich ganz real. Ein Stuntman, der bei ihnen geblieben ist, wird angeschossen, als er einzugreifen versucht. Ein wild verschachtelter und mit einer Vielzahl experimenteller Einfälle durchsetzter Film über den Mythos Film; zugleich eine wütende Abrechnung mit dem Hollywood-System. (Filmdienst)

The Last Movie ist ein Film, den ich in Peru gedreht habe. Ich habe damit das Filmfestival in Venedig gewonnen, aber Universal Pictures wollte ihn nicht ins Kino bringen. Vielleicht denkt ihr mal an Godard, wenn ihr ihn anschaut. Godard hat einmal gesagt, Filme sollten einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende haben – aber nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Ich habe den Film gemacht, nachdem ich das gelesen hatte. Ich wollte das Filmmaterial einsetzen wie ein abstrakter Expressionist seine Farbe. Ich führe euch ständig vor Augen, dass wir einen Film machen – und verweise ständig auf die Tatsache, dass es ziemlich verrückt sein könnte, in einem Publikum zu sitzen, sich so in einen Film hineinziehen zu lassen und irgendwann tatsächlich zu glauben, was man da sieht – und dann reiße ich euch wieder raus. Für die meisten ist das keine besonders angenehme Erfahrung.“ (Dennis Hopper)

Einer der legendenumranktesten Filme des New Hollywood – und einer der am wenigsten gesehenen. Aus dem Kino verschwand Dennis Hoppers THE LAST MOVIE 1971 schnell und bis heute ist er nicht als DVD verfügbar. Nach dem Erfolg von EASY RIDER (1969) bekam Hopper einen Freifahrtschein vom Hollywoodstudio Universal für seine zweite Regiearbeit. Er selber spielt darin einen Stuntman, der nach einem tragischen Unfall bei Dreharbeiten zu einem Western in Peru aus dem Business aussteigt. Doch die einheimischen Statisten drehen einfach weiter – ohne dabei zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Hoppers großartiger Metafilme wurde zu Unrecht als drogengeschwängertes Experiment abgetan, heute kann man ihn neu entdecken als einen der wegweisendsten Filme der 70er Jahre. (Film Festival Cologne)

20. – 23.12. um 20.00 h/25.12. – 26.12. um 22.15 h

 

 

 


 


 

NOVEMBER

(NOVEMBER/LISTOPAD). Estland/Polen/Niederlande 2017. Regie: RAINER SARNET. Mit Rea Lest, Jörgen Liik, Arvo Kukumägi, Katariina Unt. HD Digital. 115 Min. Originalfassung (estnisch, deutsch, italienisch) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung. In einem armen, von wundersamen Erscheinungen beseelten Dorf in Estland verliebt sich ein Bauernsohn in eine deutsche Baronesse und zieht dadurch die Eifersucht einer Nachbarstochter auf sich, die den jungen Mann schon lange liebt. Am Totensonntag, an dem die Verstorbenen die Lebenden besuchen, spitzen sich die Ereignisse unter Beteiligung des leibhaftigen Teufels dramatisch zu. Im Zentrum des schwarz-weißen, naturalistisch bebilderten Märchens aus vergangenen Zeiten steht weniger die bewusst einfache Story als die Belebung einer skurrilen Sagenwelt. Die ebenso faszinierende wie morbide Stimmung wirkt dabei ebenso archaisch wie verstörend. (Filmdienst) 20. – 22.12. um 22.15 h/23.12. um 17.30 h/25. – 26.12. um 20.00 h

 

 

 

 

 

ORPHEUS RHAPSODIE

Deutschland 2017. Regie: KATHARINA MIHM. Mit Liam Maria Gremm, Svetlana Wall, Dirk Sikorski. HD Digital. 74 Min. Erstaufführung.
Eine junge Frau möchte einen Film zum Thema „Orpheus in der Unterwelt“ drehen. Noch während der Drehvorbereitung fällt sie in einen Brunnen, und stirbt.

Anstatt nun im Jenseits ihren Frieden zu finden, bleibt sie im Diesseits hängen. Grund dafür ist ein flotter Berliner Handwerker, dem sie wenige Minuten vor ihrem Tod zufällig begegnet ist. Unruhig geistert sie durch die Auen des Hades, und träumt von der Stadt, den Menschen, und der Liebe. Doch ihre zunehmende Lebhaftigkeit birgt Gefahren. Ein fremder Mann taucht auf. Er trägt einen mysteriösen Koffer. Ist das Orpheus? Was eigentlich ein Film hätte werden sollen, wird immer mehr zu einer seltsamen Parade fröhlich-verlorener Gestalten, die zwischen Alltag und Phantasie gefangen sind. Am Ende bleibt die Stadt, in der ein Neues Jahr beginnt…

Samstag, 22.12. um 17.30 h mit Regisseurin Katharina Mihm Sonntag, 30.12. um 16.00 h

 

 

 
 

 

 
 
 
 
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