Programm

 

 

 
POLICE & THIEVES
Police and thieves in the streets/Scaring the nation with their guns and ammunition/Police and thieves in the streets/Fighting the nation with their guns and ammunition/From genesis to revelation/The next generation will be, hear me/And all the crowd comes in, day by day/No one stops it in any way/All the peacemaker, turn war officer. (Junior Murvin, Lee Perry)
Filmreihe mit Filmen von Maurice Pialat, Michael Mann, Jürgen Roland, Claude Sautet, William Wyler, Jacques Becker, Alice Agneskirchner, Harold Becker, Alan & Susan Raymond, Robert Bresson, Fernando Di Leo, Craig Atkinson, Johnnie To, Ernst Lubitsch, Richard Fleischer und John Boulting.
13.4. bis 3.5.2017
 
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DO NOT RESIST
USA 2016. Regie, Buch & Kamera: CRAIG ATKINSON.
HD Digital. 72 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Es ist aufwühlend zu sehen, wie die Demonstrationen gegen Polizeigewalt auf den Straßen Fergusons im Tränengas erstickt werden. Noch aufwühlender aber ist der fast unmerkliche Widerstand in den Gesichtern jener, die längst begriffen haben, dass es klüger ist, sich nicht aufzulehnen. Craig Atkinsons Dokumentarfilm zeigt eine sich zunehmend militarisierende US-Polizei und gibt einen schockierenden Ausblick auf die neuesten technischen Möglichkeiten der Polizeiarbeit. (Julia Niemann, Süddeutsche Zeitung)
Freitag, 28.4. bis Montag, 1.5. um 18.00 h
 
 
 
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DON'T BLINK – ROBERT FRANK
Kanada/USA/Frankreich 2015. Regie: LAURA ISRAEL.
HD Digital. 82 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Dokumentarisches Porträt des renommierten Fotografen Robert Frank (geb. 1924), verdichtet aus der Sicht seiner mit ihm eng befreundeten Kollegin Laura Israel, die seit Beginn der 1990er-Jahre Cutterin seiner unabhängig produzierten Filme und Videos ist. Freunde und Künstlerkollegen wie Jack Kerouac, die Rolling Stones und Ed Lachman kommen ebenso zu Wort wie Franks Ehefrau, die Künstlerin June Leaf. Fotografien, Filmausschnitte und Archivmaterial fügen sich zu einem eigenwillig-subjektiven „Memory Book“, das mit verschmitzten Assoziationen und Andeutungen spielt. Eine leicht melancholische, aber unsentimentale Reminiszenz an die New Yorker Bohème der 1960er- und 1970er-Jahre. (Filmdienst)
Zusatzvorstellung am Dienstag, 25.4. um 18.00 h
 
 

 

 
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HACHIMIRI MADNESS

JAPANESE INDIES FROM THE PUNK YEARS 1977-1990
 
Unter dem Titel HACHIMIRI MADNESS – JAPANESE INDIES FROM THE PUNK YEARS (Hachimiri = 8mm) zeigte das Berlinale Forum 2016 eine Reihe neu digitalisierter japanischer 8mm-Filme aus den Jahren 1977 bis 1990, die den rebellischen Geist jener Zeit atmen. Viele der heute profilierten Regisseure Japans debütierten mit langen Spielfilmen in diesem Format. Die wenigsten davon sind je international gezeigt worden.
 
A MAN’S FLOWER ROAD
Japan 1986. Regie, Buch, Kamera: SION SONO.
Mit Sion Sono, Otomi Sono, Izumi Sono, Michika Sono. HD Digital. 110 Min.
Life sucks! In Sion Sonos erstem Super8-Film gibt es schon mal zwei Filme im Doppelpack. Zum Auftakt gönnt er uns einen veritablen Actioner: In rotem Regencape ist er auf der Flucht vor seinen Häschern in weißen Kitteln, die in den historischen Kanälen Tokios endet, wo er von mythischen Kappa-Wasserwesen aufgelesen wird. Im zweiten, autobiografisch introvertierten Teil lernen wir seine Familie kennen.
Donnerstag, 20.4. um 20.15 h

 
HANASARERU GANG
Japan 1984. Regie, Buch, Kamera: NOBUHIRO SUWA.
Mit Takayuki Kamura, Rie Ito. HD Digital. 85 Min.
Nobuhiro Suwa, der mittlerweile zu einem französischen Regisseur wurde (UN COUPLE PARFAIT, 2005), macht schon in seinem ersten 8mm-Langfilm kein Hehl aus seiner Vorliebe für die Filme der Nouvelle Vague. Und so wirkt diese Geschichte um eine lebenslustige junge Frau, die sich einem Duo von Kleinkriminellen anschließt, das nach dem Diebstahl eines Autos mit einem Koffer voller Banknoten wieder getrennte Wege gehen muss wie eine Hommage an Godards PIERROT LE FOU.   
Freitag, 21.4. um 20.30 h

 
HAPPINESS AVENUE
Japan 1986. Regie, Buch, Kamera: KATSUYUKI HIRANO.
Mit Masahiro Sugiyama, Yoko Harada. HD Digital. 93 Min.
Bevor Katsuyuki Hirano in die Welt der pink eiga abtauchte, um anschließend die Insel Hokkaido allein auf dem Fahrrad zu durchqueren (SHIRO THE WHITE, 1999) machte er sich an die „Verfilmung” eines Mangas von niemand geringerem als Katsuhiro Ôtomo (AKIRA) heran. Und was dabei herauskommt ist eine völlig durchgeknallte Performance, in der es nicht nur um die Rückgabe der 1945 von Russland annektierten Kurilen-Inseln geht sondern gleich auch noch um die Auflösung der Regierungspartei.
Samstag, 22.4. um 20.30 h

 
THE RAIN WOMEN
Japan 1990. Regie, Buch, Kamera: SHINOBU YAGUCHI.
Mit Kayoko Komaba, Miwa Makii. HD Digital. 72 Min.
Les parapluies de Tokyo. Es regnet viel in Shinobu Yaguchis (ADRENALINE DRIVE, 1999) Erstling: Zuerst brausen zwei Mädchen durch einen convenience store und feuchte Landschaften, unter Verschleiß zahlreicher Regenschirme, dann werden wir mit der gefühlt längsten Zahnputzszene der Filmgeschichte belohnt, um sie schließlich als von persönlichen Tragödien gebeuteltes J-Pop-Duo singend im Regen (!) zu erleben.   
Sonntag, 23.4. um 20.30 h

 
HIGH-SCHOOL-TERROR
Japan 1979. Regie, Buch, Kamera: MACOTO TEZKA.
Mit Tae Yoshioko, Kumiko Sakai. HD Digital. 6 Min.
UNK
Japan 1979. Regie, Buch, Kamera: MACOTO TEZKA.
Mit Natsuko Yamamoto. HD Digital. 15 Min.
18 Jahre war Macoto Tezka alt, als er mit einem 15-minütigen Remake von Spielbergs CLOSE ENCOUNTERS den Kurzfilmwettbewerb des PIA-Filmfestivals gewann. Die charmanten Filmtricks von UNK sind heute noch so wirkungsvoll wie das handgekratzte und bemalte Filmmaterial der Schlusssequenz. Im selben Jahr entstanden, aber erst 1981 aufgeführt, beweist HIGH-SCHOOL-TERROR auch Tezkas Talent als effektiver und präziser Horrorfilm-Regisseur. (Christoph Terhechte)
TOKYO CABBAGEMAN K 
Japan 1980. Regie, Buch: AKIRA OGATA.
Kamera: Sogo Ishii, Yoshiharu Tezuka, George Iida. Mit Katsuro Onoue, Kazushi Hosaka, Shigeru Muroi. HD Digital. 59 Min.
Akira Ogata hat sich offensichtlich eine Prise zu viel Kafka reingezogen. Denn wie sonst ließe es sich erklären, dass seinem „Helden K (!) eines Morgens statt des Kopfes ein riesiger Chinakohl auf seinen Schultern thront. In dieser neuen Erscheinung wird er bald zum Medienstar und Sexobjekt, was ihm dann doch zu viel wird, und sich in ein Kohlbeet eingräbt. Irrer Soundtrack!
Montag, 24.4. um 20.30 h

 
SAINT TERRORISM
Japan 1980. Regie, Buch: MASASHI YAMAMOTO.
Kamera: Masashi Yamamoto, Nobuhiro Suwa. Mit Rubi, Shigenari Sugawara, Mikiko Tsunoda. HD Digital. 127 Min.
Ein allein lebendes Mädchen im rosa-gelben Outfit, das aus ihrer Handtasche wahllos auf Unschuldige schießt. Zwei Prostituierte und ihre Lebensgefährten/Zuhälter, mit denen sie in Sexshows auftreten. Ein älterer Mann, der nachts mit dem Teleskop in den Himmel starrt. Eine uniformierte Sekte. Der Abtransport von Leichen. Und eine Tageszeitung verkündet: „Die Globalisierung kommt auf Japan zu. Die von der Gesellschaft ausgestoßenen Underdogs bevölkern schon Yamamotos (CARNIVAL IN THE NIGHT, 1983) ersten Film, der an Nihilismus und Ekel kaum zu überbieten ist.
Dienstag, 25.4. um 20.00 h

 
I AM SION SONO!! 
Japan 1984. Regie, Buch: SION SONO.
Kamera: Sion Sono, Ryosuke Yamamichi. Mit Sion Sono. HD Digital. 37 Min.
Das Manifest des wilden, kompromiss- und tabulosen Kinos des Sion Sono (STRANGE CIRCUS, 2005; LOVE EXPOSURE, 2008): “Stell die Schärfe auf unendlich und dreh einfach!”
ISOLATION OF 1/880000 
Japan 1977. Regie, Buch: SOGO ISHII.
Kamera: Toshio Inoue, Yosuke Ito. Mit Makoto Nittono. HD Digital. 43 Min.
Ein gehbehinderter, sexsüchtiger junger Mann bereitet sich ein ums andere mal auf die Aufnahmeprüfung an der Tokioter Waseda-Universität vor. Blöd nur, dass sich auf seinem Schreibtisch mehr Pornohefte türmen als Studienunterlagen. Sogo Ishiis (ELECTRIC DRAGON 80.000 V, 2001) stilprägendes Klagelied eines Unterdrückten eskaliert zwangsläufig in einem gewaltsamen Ausbruch.
Mittwoch, 26.4. um 20.30 h
 

Alle Filme in der japanischen Originalfassung mit englischen Untertiteln.
 

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GOTTES ZERSTREUTE FUNKEN – JÜDISCHE MYSTIK BEI PAUL CELAN
Deutschland 2016. Regie: RÜDIGER SÜNNER.

HD Digital. 67 Min. Erstaufführung.
Für Paul Celan war seine Heimat, die Bukowina, „eine Landschaft, in der ein nicht unbeträchtlicher Teil jener chassidischen Geschichten zu Hause war, die Martin Buber uns allen wiedererzählt hat.“ Celan war fasziniert von den dort ausgedrückten Ideen von Zimzum, Shevirat Ha Kelim und Tikkun Olam. „Zimzum“ besagt, dass Gott sich zu Beginn der Schöpfung zurückgezogen habe, um dem Menschen eine freie Entwicklung zu ermöglichen. Die dennoch von ihm zur Unterstützung ausgesandten dünnen Lichtstrahlen waren immer noch zu mächtig und so zerbrachen die ersten „Gefäße“ der Schöpfung in Millionen von Splittern und Funken („Shevirat Ha Kelim“). Seither ist Gottes Licht als Vielzahl von Funken verstreut über die Welt und harrt selbst in Steinen, Wasserlachen und Gewächsen auf seine Wiederherstellung („Tikkun Olam“). Für Celan hatte dies auch nach dem Holocaust Bestand. Der Film zeigt, wie Celans Poesie in vielen Variationen versucht, diese verstreuten Funken einzusammeln und ihre Würde zu bewahren. Eine filmisch noch nie dargestellte Seite des Dichters der „Todesfuge“.
Montag, 1.5. um 11.00 h (Matinee)
 
 

 

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ALBERTA LEGACY 3

(MIRASE ALBERTA 3) 
Iran 2017. Regie: HOSSEIN SHAMAGHDARI.
Digital. 55 Min. Originalfassung mit englischen Untertiteln. Erstaufführung.
Dokumentarfilm über die Erfahrungen iranischer studentischer Immigranten in Europa.
Mittwoch, 26.4. und Donnerstag, 27.4. um 18.00 h
Sonntag, 30.4. um 15.30 h
 

 

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SAMSON & DELILAH
Australien 2009. Regie, Buch & Kamera: WARWICK THORNTON.
Mit Rowan McNamara, Marissa Gibson, Mitjili Napanangka Gibson, Scott Thornton.
HD Digital. 100 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Australien/Australien. Zugekiffte Aborigines auf Suche nach Arbeit, die ihnen der böse, weiße Mann vorenthält. Kleine Fluchten in die große Stadt bringen zwar auch nicht gerade die Erfüllung, aber immerhin die Erkenntnis: Gemeinsam gammelt es sich besser! 
Mittwoch, 3.5. um 20.30 h

 

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DEMNÄCHST:

 

WESTEND

 

 

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PANKOW '95

 

 

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FIGHTER

 

 

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DENK ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT

 

 

 

 

 

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Charlie Chaplins Rede an die Menschheit aus dem Film DER GROSSE DIKTATOR (1940):