Programm

 

 

 


FILME VON KING HU
Es sieht so leicht aus, wenn die Protagonisten in den Filmen von KING HU die Wände hochgehen. Aber der chinesische Wuxia-Film ist ein kompliziertes, hochartifizielles Genre. In diesem Genre, das in der chinesischen Literatur (seit der Ming-Dynastie, 1368-1644) ebenso
bedeutsam ausgeprägt ist wie im chinesischen Film (beginnend im Shanghai der 1920er Jahre), wird von ritterlichen Helden – und mit größter Selbstverständlichkeit: Heldinnnen erzählt, die sich, einem rigiden Moralkodex gehorchend, gegen Korruption und Machtmissbrauch zur Wehr setzen – und die sich in besonderer Weise in den Kampfkünsten auszeichnen. Von Beginn an wurde das Genre aufgrund seines kritischen, ja widerständigen Potenzials von den jeweils Herrschenden misstrauisch beäugt und hatte auf unterschiedliche Weisen mit der Zensur zu kämpfen.
Innerhalb des Martial-Arts-Genres, dem er als Subgenre zuzuordnen ist, zeichnet sich Wuxia durch einen hohen Anteil an fantastischen Elementen aus, bevorzugt in Form der übernatürlichen Kräfte, des unwahrscheinlichen Könnens seiner ProtagonistInnen. „Ihr Schwert ist schrecklich!“ heißt es etwa oder „Sein Kung-Fu ist bemerkenswert!“. Als sei weiter nichts dabei, dass einer senkrecht eine Wand hochläuft, aus dem Stand meterhoch springt und dann durch die Luft schwebt, in den Wipfeln eines Bambushains den Halt nicht verliert und die Wasseroberfläche nur mit der Fußspitze berührt – wohlgemerkt während er oder sie gleichzeitig das Schwert mit höchstmöglicher Virtuosität
führt. Sie springen wie Gummibälle, fliegen wie Vögel, schlagen und verteidigen schnell wie der Blitz, handhaben Waffen, als seien diese mit ihnen verwachsen. Wie nicht von dieser Welt wollen die schwerelosen Kämpfer dem Zuschauer erscheinen. (Alexandra Seitz, epd Film 8/2016)
 
A TOUCH OF ZEN
Taiwan 1969-1971. Regie: KING HU.
Mit Feng Hsu, Shih Chun, Bai Ying.
HD Digital. 180 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Zur Zeit der Ming-Dynastie verstrickt sich ein junger Schreiber und Porträtmaler in die Aktivitäten der Agenten eines tyrannischen Obereunuchen und stellt sich auf die Seite der Tochter eines rebellischen Staatsbeamten, der von der kaiserlichen Geheimpolizei zu Tode gefoltert wurde. Die Kämpfe werden erst durch die geistige Kraft eines buddhistischen Abtes beendet. Ein Abenteuerfilm in perfekter Inszenierung, der aufwendig ausgestatteten Historienfilm, fantastische Gespenstergeschichte, rasante Schwertkämpfe und Zen-Buddhismus zu einer reizvollen Einheit verbindet. Kameratechnisch teils virtuos, verdichtet der Film die trivialen Handlungsmuster auf einer metaphorischen Ebene zu einer Fabel über Sinn und Zweck von Gewalt. (Filmdienst)
17. – 20.8. und 24.8. um 20.15 h
 
DRAGON INN
Taiwan 1967. Regie: KING HU.
Mit Changguan Lingfeng, Shi Jun, Tsao Chien.
HD Digital. 111 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
China in der Mitte des 15. Jahrhunderts: Aus Furcht vor der Rache der Kinder des gestürzten Kaisers versucht der neue Diktator, sie umzubringen und läßt sie von seinen Truppen durch das ganze Reich jagen. Pseudohistorischer Actionfilm. Ein Frühwerk von King Hu, das noch nicht den in seinen späteren Filmen so bemerkenswerten Bezug zur chinesischen Mentalität, Tradition und Philosophie herzustellen vermag. (Filmdienst)
DRAGON INN, der heute als Klassiker des asiatischen Kinos gilt, feierte 1967 seine Uraufführung. Der Film brach damals sämtliche Zuschauerrekorde in Korea, Taiwan und den Philippinen und war richtungsweisend für das Genre des Martial Arts Actionfilms. Er besticht
durch seine poetischen Bilder und dramatischen Kampfchoreografien.
21. – 23.8. um 20.15 h

KING HU SPECIAL
Hongkong 1966. Regie: KING HU.
Mit Cheng Pei-Pei, Yueh Hua, Chen Hung-lieh.
HD Digital. 91 Min.
Der Sohn des Gouverneurs wird entführt, seine Schwester, eine junge Schwertkämpferin, dringt ins Versteck der Bande ein und bringt ihr erhebliche Verluste bei. Von einem vergifteten Pfeil getroffen, flieht sie und findet Zuflucht bei einem vermeintlichen Trunkenbold, der sich als
meisterlicher Schwertkämpfer entpuppt und ihr verspricht, bei der Befreiung des Bruders zu helfen. Meisterlich inszenierter Schwertkämpfer-Film mit einigen fantastischen Elementen und vielen atemberaubenden Kämpfen. Erstmals führte er an exponierter Stelle eine Frau ins Genre ein. Der stilbildende Martial-Arts-Film beeinflusste maßgeblich Ang Lees TIGER & DRAGON. (Filmdienst)
21. – 22.8. um 22.30 h (Originalfassung mit englischen Untertiteln)
23.8. um 22.30 h (Deutsche Fassung)
 
 
 
 
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ARMANDO BÓ / ISABEL SARLI: Die  nackte  Versuchung

Der üppige Körper einer Schauspielerin im Dienste eines einzigen, 20 Jahre dauernden Films

 

In Argentinien gilt Armando Bó als einer der besten und wichtigsten Filmregisseure in der Kinogeschichte des Landes und als veritabler Kultregisseur. US-Independent-Ikone John Waters gab einmal zu, dass Bó einer seiner Lieblingsregisseure sei und er selbst in zahlreichen seiner Filme direkt Szenen aus dessen Filmen geklaut habe, weil deren Ideen perfekt seien. Hierzulande ist Bó dagegen kaum bekannt und seine Filme nie im Kino zu sehen.

 

BÓ / SARLI ist das Duett, das in der argentinischen Filmgeschichte Skandal und Erotik symbolisiert, eine moralisierende Erotik- fast naiv-, die die Phantasien einer volksnahen Sexualität erquickt: Begierde verbunden mit Gewalt und Besitz, verkörpert von einer Nymphomanin oder Puritanerin, die so oder so männliches Ungestüm provoziert.Für Rodolfo Kuhn „ sind in der passiven Nacktheit und quasi Schamhaftigkeit Isabel Sarlis unsere Widersprüche erhalten, unsere Feierlichkeit und unsere Rhetorik“. Daher ist der Gedanke möglich, dass die Schauspielerin, indem sie ihrem üppigen Körper eine sprechende Rolle gab, breite Akzeptanz bei unterschiedlichsten Zuschauern gewann und mittels ihrer generösen Präsenz die Heuchelei der zeitgenössischen Zensoren, die Titel änderten und Bilder verboten, der Lächerlichkeit preisgab. (Clara Kriger)

 

Eine umfassende Hommage dieser Art findet zum ersten Mal überhaupt in Europa, gar erstmals außerhalb der spanischsprechenden Welt statt. Für sechs der Filme werden eigens für das Programm (das vorher in Frankfurt/M. gezeigt wird) Untertitel erstellt, die während der Vorstellungen digital eingeblendet werden.

 

25. – 30.8. um 20.30 h und 22.30 h

 

 

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EINFACH LEBEN
Schweiz 2016. Regie: Regie: HANS HALIDMANN.
HD Digital. 99 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Ein Leben unabhängig von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zwängen, ganz im Einklang mit der Natur – ist das überhaupt möglich? Im malerischen Idyll in den Bergen des Val Lavizzara im Tessin haben sich mehrere Menschen zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen, um genau so ein Leben zu führen. Auf dem Hof gibt es viel zu tun: Tiere müssen versorgt, Äcker bestellt und Baumstämme gespalten werden. Während das Jahr voranschreitet, tauchen in der Gemeinschaft zwischen den jüngeren und älteren Bewohnern immer mehr Fragen auf: Wie viel Technologie ist vertretbar? Wie viele Kompromisse sind nötig? Und steht der Aufwand an Arbeit im Verhältnis zum Ertrag? Auch weit weg von der Hektik der Stadt müssen Tag für Tag nicht wenige Entscheidungen getroffen werden. (Zürich Film Festival)
Letzte Vorstellung am 27.8. um 11.00 h (Matinee)

 

 

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PARASOL – MALLORCA IM SCHATTEN

(PARASOL). Belgien 2015. Regie: VALERY ROSIER.

Mit Alfie Thomson, Pere Yosko, Julienne Goeffers.

HD Digital. 77 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.

Mallorca in der Nebensaison ist Schauplatz einer episodischen Tragikomödie um drei Figuren, teils Einheimische, teils Touristen, die auf ein Stückchen Glück hoffen. Der Film besticht und betört durch poetische Verdichtungen sowie seine komisch-melancholische Bildsprache und Erzählweise. Dokumentarisch komponierte Tableaus, reizvolle Kadrierungen und die gelungene Mischung aus Laien und Schauspielern vermitteln einen suggestiven, ironisch gebrochenen Eindruck des Urlaubsorts und der Sehnsüchte, die sich an ihn knüpfen. (filmdienst)

25. – 28.8. um 18.00 h
Sonntag, 3.9. um 11.00 h (Matinee)

 

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GEORGE A. ROMERO – POET DER UNTOTEN

Überraschungsfilme am 26.8. um 16.00 h und 27.8. um 15.30 h

 

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IM INNEREN KREIS
Deutschland 2017. Regie: HANNES OBENS, CLAUDIA MORAR.
HD Digital. 83 Min. Erstaufführung.
In Hamburg haben verdeckte Ermittlerinnen jahrelang die linke Szene ausspioniert. Sie führten sexuelle Beziehungen, verschafften sich so Zutritt zu Wohnungen und Computern. Der Dokumentarfilm zeigt, wie weit die Polizei geht – und was das mit Bespitzelten macht.
„Der Film IM INNEREN KREIS lässt sich gut als Beitrag zur Debatte über die Ereignisse während des G20-Gipfels betrachten. Zwar war das nicht geplant, aber man kann die Zusammenhänge kaum ignorieren. In der Geschichte um die verdeckten Ermittlungen geht es einerseits um die »Gefahr« radikal linken Denkens und Handelns für die bürgerliche Gesellschaft – und konkret vor allem um die nun heiß diskutierte Rote Flora. Andererseits behandeln die knapp 90 Minuten die Frage, wo in dieser Gesellschaft Polizeigewalt anfängt, und wann und durch wen dieser Gewalt
Grenzen gesetzt werden.“ (intro magazin)
Weitere Spieltermine in Planung
 

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HAUS OHNE DACH

 

31.8. – 6.9. um 20.00 h

 

 

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Charlie Chaplins Rede an die Menschheit aus dem Film DER GROSSE DIKTATOR (1940):