Programm

 

BEI UNS IST JEDER TAG KINOTAG!

UNSERE EINTRITTSPREISE SIND MODERAT UND ABHÄNGIG VON DEN GESPIELTEN FILMEN UND BEWEGEN SICH ZWISCHEN 4,50 EUR und 5,50 EUR.

BEI ÜBERLÄNGE ERHEBEN WIR EINEN MINIMALEN PREISAUFSCHLAG.

KASSENÖFFNUNG 15 MINUTEN VOR BEGINN DER VORSTELLUNG.

KEIN VORVERKAUF, NUR ABENDKASSE.

WIR SPIELEN KEINE WERBUNG, DESHALB BITTE PÜNKTLICH KOMMEN.

 

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ANDREA ARNOLD
 
FISH TANK
UK 2009.
Regie, Buch: ANDREA ARNOLD.
Mit Katie Jarvis, Michael Fassbender, Kierston Wareing. 
Digital. 123 Min. Originalfassung (englisch) mit deutschen Untertiteln.
Gewaltbereite Teenager in der Londoner Vorstadt.
"Andrea Arnold hat ein besonderes Gespür für das Lebensgefühl der Underdogs an den ausgefransten Rändern der englischen Klassengesellschaft." (Anke Sterneborg)
Sonntag, 26.5. und Montag, 27.5. um 20.30 h
 
 
 
WUTHERING HEIGHTS
UK 2011.
Regie: ANDREA ARNOLD.
Buch: Andrea Arnold, Olivia Hetreed.
Mit Kaya Scodelario, James Howson, Solomon Glave.
Digital. 128 Min. Originalfassung (englisch) mit deutschen Untertiteln.
"Was halten Sie von Emily Brontë?"
AA: "Sie war eine erstaunliche Frau. Schon wie sie schrieb: Ihre Bücher sind seltsam und wild und voller Leidenschaft und Sehnsucht nach Sex und Rache und Gewalt. Gut gemacht! Das wütet doch in uns allen. Aber Emily Brontë war zudem eine Frau, die in einer Zeit lebte, in der Frauen nicht ein Wort über ihre Ansichten oder Befindlichkeiten äußern durften, geschweige denn solche Worte. Noch einmal: Gut gemacht! Ich liebe sie dafür, dass sie es gewagt hat, und ich liebe das Buch dafür, was es über uns Frauen ausspricht."
"Ist es ein kluges Buch?"
AA: "Es ist ein bizarres Buch. Man sollte sich an diesem Buch nicht zu schaffen machen, es ist perfekt so wie es ist. Jeder sollte die Finger davon lassen. Wir sollten das verdammte Buch einfach in Ruhe lassen, aber irgendwer versucht immer, aus dem Buch noch irgend etwas anderes herauszuholen, und alle scheitern."
"Sie haben es trotzdem verfilmt."
AA: "Ja. Das Buch hat mich verwunschen. Ich habe so viele Risiken dafür auf mich genommen. Jetzt ist der Film fertig, und ich muss mich für ihn nicht schämen. Ich denke, ich habe alles in ihn hineingebracht, was ich hineinbringen wollte. Ich habe mich um diesen Film mit meiner ganzen Kraft bemüht, ich habe alles gegeben, was ich geben konnte. Ich habe mich an keiner Stelle durchgeschummelt, und ich hatte sogar Spaß dabei. Mehr kann man nicht tun."
Dienstag, 28.5. und Mittwoch, 29.5. um 20.30 h
 
 

 
 
Frauenstudien München e.V. zeigt
in Zusammenarbeit mit ADEFRA – Schwarze Frauen in Deutschland und dem Werkstattkino
MILLIS ERWACHEN

Von und mit NATASHA A. KELLY.
Wir befinden uns in Dresden und schreiben das Jahr 1911. Eine Schwarze Frau räkelt sich nackt auf dem Divan des Künstlers Ernst Ludwig Kirchner. Er malt ein erotisierendes Bild von ihr, reduziert sie zum Objekt der Begierde. Das Gemälde trägt später den Namen "Schlafende Milli". Und Milli – falls das überhaupt ihr Name ist – bleibt stumm. Von ihr ist nichts bekannt. Nicht einmal, ob sie tatsächlich Milli hieß. Mit ihrem 2018 uraufgeführten Film MILLIS ERWACHEN gibt die Kommunikationssoziologin Natasha A. Kelly der schlafenden Milli eine Stimme. Es kommen acht Schwarze deutsche Künstlerinnen verschiedener Generationen zu Wort und berichten von ihren Auseinandersetzungen mit der andauernden kolonialen Kontinuität Deutschlands. Sie alle haben durch ihre künstlerische Praxis eine selbstbestimmte Position in der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft gefunden. Milli ist nicht mehr Objekt, sondern wird durch den Film, der die Vielfältigkeit und Verwobenheit der portraitierten Geschichten zeigt, zum Subjekt.
Vor dem Film hören wir einen einleitenden Impulsvortrag der Regisseurin Natasha A. Kelly.
Im Anschluss wollen wir die zentralen Fragen des Films gemeinsam mit Publikum und Regisseurin diskutieren.
Sonntag, 26.5. um 11.30 h (Matinée)
 
 
MACHT DAS ALLES EINEN SINN? –
UND WENN JA, WARUM DAUERT ES SO LANGE?
Deutschland 2019.
Regie: ANDREAS WILCKE.
HD Digital. 102 Min. Erstaufführung.
Zwischen schick sanierten Alt- und futuristisch anmutenden Neubauten, die mit Klamottenläden, Youth Hostels, Sushiläden und Galerien bestückt sind, reckt sich ein graues kolossartiges Ungetüm in betörender Hässlichkeit wie eine Festung gen Himmel – die Volksbühne. Dieses Haus, dessen Bau im Jahr 1914 von den Spendengroschen der SPD-Mitglieder finanziert wurde, um ein Theater zu schaffen, in dem Arbeiter ihre eigenen Stücke realisieren konnten, entwickelte im Verlauf der darauffolgenden Jahre eine ganz eigene Dynamik und erfand unter Regisseuren wie Piscator, Marquard, Besson das Theater immer wieder neu.
Letzte Vorstellung am Sonntag, 26.5. um 16.00 h
 


DER STEIN ZUM LEBEN
Deutschland 2018.
Regie: KATINKA ZEUNER.
HD Digital. 77 Min. Erstaufführung.
„Also es ist ja so, dass ein Mensch immer sehr vielschichtig zu sein pflegt“, sagt Michael Spengler. Zu ihm kommen Personen, die nach einem Grabstein streben, der sich von den üblichen unterscheidet. Der die Persönlichkeit des Verstorbenen widerspiegelt, das vergangene Leben reflektiert. Drei Todesfälle und den anschließenden Prozess der Steinfindung begleitet Katinka Zeuner in ihrem Film: ein junges Elternpaar, das ihr Kind verloren hat, eine Frau mit ihren zwei Söhnen, die sich gemeinsam mit Spengler dem Leben des Vaters, beziehungsweise Großvaters anzunähern suchen, und eine Frau, die nach der richtigen Form für einen Mann namens „Cliewe“ forscht. Spengler wird dabei zu einer Art Medium, welches die Erinnerungen und Emotionen seiner Kunden aufnimmt, um sie anschließend ins Material zu übersetzen. Das Vorgehen ist ein gemeinschaftliches, über Wochen und Monate treffen sich die Parteien immer wieder, um etwas zu schaffen, das Michael Spengler als „Grabzeichen“ benennt. (DOK LEIPZIG)
26. – 28.5. um 18.15 h
 
 
 
CaRabA # LEBEN OHNE SCHULE
Deutschland 2017.
Regie: KATHARINA MIHM.
Mit Yunus Gürkan, Carl Hiller, Emma Brüggler.
HD Digital. 92 Min. Erstaufführung.

Der fiktionale Kinofilm CaRabA zeigt eine Welt ohne Schulen. Fünf junge Menschen finden in dieser neuen Bildungslandschaft ihren ganz eigenen Weg. Phantasievoll untersucht der Coming-of-Age Film, wie das Leben selbst zum fortwährenden Bildungserlebnis wird. Der erste Spielfilm zur Zukunft der Bildung regt an, gemeinsam Visionen zu entwickeln. Die Ausgangsfrage ist: Wann und wo geschieht Bildung eigentlich? Was würden junge Menschen tun, wenn sie ihren eigenen Interessen folgen könnten? In dem Episodenfilm CaRabA forscht SASKIA (24) an einem Schlafmittel und ringt um dessen Anerkennung; der entwaffnend-naive NURI (8) begleitet seinen Vater beim Taxifahren und interviewt die Fahrgäste; der verträumte LOVIS (14) spielt Tischtennis im Park, arbeitet an der Zeit und verliebt sich; MAX (15) malt Waschmaschinen beim Schleudern und entdeckt Gott in Dürer (oder umgekehrt); während bei der erst ziellosen JANNE (15) das Schicksal zum temporären Auszug von zuhause und zur Feldforschung über Familie führt. CaRabA erzählt von Vertrauen – in sich selbst und in die Menschen um einen herum.

Wiederholung am 30.5. um 11.00 h (Matinée)

 

 
 
 
FEMALE PRESENCE
SCHAMROCK FILMFESTIVAL 2019
 
Was haben Dichterinnen und Musikerinnen gemeinsam? Diese Frage wurde bei den vorherigen Ausgaben des Festivals beantwortet: es gibt Filme über sie, aber diese sind nirgendwo zu sehen. Falls sie gelegentlich im Kino auftauchen, verschwinden sie gleich wieder und kommen über Einzelvorstellungen nicht hinaus.
An drei Tagen präsentiert female presence daher in Zusammenarbeit mit dem Werkstattkino München selten bis (hier) nie gezeigte Filme. Die Dokumentar- und Spielfilme sind entstanden zwischen 1986 und 2018, auch neueste und von der Kritik hochgelobte Filme haben im normalen Kinobetrieb kaum eine Chance über wenige Vorstellung hinaus sich einem Publikum zu präsentieren. Neuestes Beispiel hierfür: BETTY DAVIS – THEY SAY I’M DIFFERENT, der Film über die wegweisende Soulsängerin kam Ende 2018 heraus und hatte in ganz Deutschland nur wenige Vorführungen.
Die neun Filme geben Einblicke in Leben, Arbeit und Produktionsbedingungen von Dichterinnen und Musikerinnen verschiedener Zeiten und unterschiedlicher Herkunft. Der hierzulande überhaupt noch nicht gezeigte Film ELFRIEDE UND ELFRIEDE dokumentiert zum Beispiel die ungewöhnliche Freundschaft zwischen der Dichterin Elfriede Jelinek und der Lyrikern Elfriede Gerstl. Dagegen bereitet A QUIET PASSION das Leben der bedeutenden amerikanischen Dichterin Emily Dickinson als Spielfilm auf. Alle Filme berichten Geschichten von Mut, Widerstand und Selbstbehauptung in verschiedenen Gesellschaften und begleiten die Entwicklung eigenständiger Ausdrucksformen in einer männerdominierten Kulturlandschaft. NO LAND´S SONG begleitet den mühsamen Kampf der iranischen Musikerin Sara Najafi für ein Festival für Musikerinnen in Teheran während PAPUSZA auf dem Leben der ersten polnischen Roma-Dichterin Bronisława Wajs basiert, die Papusza genannt wurde und von 1920-1987 lebte. Der Film über Patti Smith, DREAM OF LIFE, lief 2008 auf der Berlinale und gewann im gleichen Jahr den "Excellence in Cinematography Award: Documentary" beim Sundance Film Festival, ward aber seitdem nie mehr gesehen. Daneben sind Filme im Programm über Grace Jones und Janis Joplin, die kurz in den Kinos, und (einmal) im TV zu sehen waren, aber dort nur in bedauernswert gekürzten Fassungen, oder der berührende „filmische Essay“ (Der Spiegel) von Laurie Anderson, HEART OF A DOG.
Der Schamrock-Salon existiert in München seit 2009 und hat sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur einen regelmäßigen Salon sondern auch ein Dichterinnenfestival als Biennale in München zu veranstalten. Dazu gibt es nun zum dritten Mal das Schamrock Filmfestival FEMALE PRESENCE mit neun Filmen über Dichterinnen und Musikerinnen, in bewährter Kooperation mit dem Werkstattkino München, vom 31. Mai bis 2. Juni 2019.
 
GRACE JONES – BLOODLIGHT & BAMI
USA 2017. Regie: SOPHIE FIENNES.
Bloodlight and Bami – Bühnenlicht und Brot. Zehn Jahre hat Fiennes an dem Film gearbeitet und Grace Jones hat ihr Zugang gewährt zu Garderoben und Badezimmern, Büros und Studios, und ihren Wurzeln auf Jamaica.
Donnerstag, 30.5. um 20.30 h (Anschließend Musik mit dem Temporary Soundmuseum)
 
A QUIET PASSION – EMILY DICKINSON
UK 2017. Regie: TERRENCE DAVIES.
Eine junge Dame, die weiß, dass sie anders ist, non-konform, stur und sich selbst stets treu. Nachdenklich, emotional und oft überraschend witzig: Das Porträt der einzigartigen Poetin.
Freitag, 31.5. um 20.30 h
 
PATTI SMITH – DREAM OF LIFE
USA 2008. Regie: STEVEN SEBRING.
Über elf Jahre hinweg entstandenes Porträt der legendären Sängerin und Rockpoetin.
Freitag, 31.5. um 22.30 h
 
PAPUSZA
Polen 2013. Regie: JOANNA & KRZYSZTOF KRAUSE.
Der poetische, in s/w-Bildern gehaltene Film schildert das Leben der Roma-Dichterin Bronislawa Wajs (1910-1987). Ihre Biografie ist eng verknüpft mit der Geschichte und Kultur der Roma im Polen des 20. Jahrhunderts.
Samstag, 1.6. um 18.00 h
 
NO LAND'S SONG
D/Frankreich 2014. Regie: AYAT NAJAFI.
Seit der islamischen Revolution 1979 ist es Frauen in Iran verboten, öffentlich vor einem männlichen Publikum Solo zu singen. Sara Najafi trotzt Zensur und Tabus, um in Teheran ein Konzert für Sängerinnen zu organisieren.
Samstag, 1.6. um 20.30 h
 
HEART OF A DOG
USA 2015. Regie: LAURIE ANDERSON.
"Ein ureigenes Bild- und Tongedicht, ein virtuos gestalteter Filmessay, eine unnachahmliche Meditation über Liebe und Erinnerung." (Pressestimmen)
Samstag, 1.6. um 22.30 h
 
ELFRIEDE UND ELFRIEDE
Österreich 2004. Regie: HANNA LAURA KLAR.
Elfriede Jelinek, Literaturnobelpreisträgerin, und Elfriede Gerstl, Lyrikern, waren über 30 Jahre befreundet. Zwei Wienerinnen, zwei Dichterinnen, zwei ungewöhnliche Frauen. Zum 10. Todestag von Elfriede Gerstl.
Sonntag, 2.6. um 16.00 h 
 
JANIS: LITTLE GIRL BLUE
USA 2015. Regie: AMY J. BERG.
Respektvolle Dokumentation Janis Joplins', dem Star der Hippie-Bewegung. "Anrührend, ohne zu verkitschen." (Der Spiegel)
Sonntag, 2.6. um 18.00 h
 
BETTY DAVIS – THEY SAY I'M DIFFERENT
Frankreich 2018. Regie: PHIL COX.
Die visionäre Funk- und Soulpionierin revolutionierte das Frauenbild der 70er Jahre, heiratete Miles Davis und schrieb Songs für die größten Bands ihrer Zeit.
Sonntag, 2.6. um 20.00 h
 
Veranstaltet von Schamrock e.V. in Kooperation mit dem Werkstattkino e.V.
Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München.
 

 
 
 
 
 
„MIR IST ES EGAL, WENN WIR ALS BARBAREN IN DIE GESCHICHTE EINGEHEN.“
(ÎMI ESTE INDIFFERENT DACA ÎN ISTORIE VOM INTRA CA BARBARI)
Rumänien/Bulgarien/Deutschland/Frankreich/Tschechische Republik 2018.
Regie: RADU JUDE.
Mit Iona Iacob, Alex Bogdan, Alexandru Dabija, Ilinca Manolache.
HD Digital. 139 Min. Originalfassung (rumänisch) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Vielschichtig aufgebautes rumänisches Drama von Radu Jude über eine Regisseurin, die bei der Aufarbeitung von Rumäniens Beteiligung am Holocaust auf massive Widerstände stößt.
Donnerstag, 30.5. um 17.30 h
Montag, 3.6. um 20.30 h
10. – 12.6. um 20.15 h
 
 

 
 
 
 
 
ORAY
Deutschland 2019.
Regie: MEHMET AKIF BÜYÜKATALAY.
Mit Zejhun Demirov, Deniz Orta, Cem Göktas.
HD Digital. 100 Min. Originalfassung (deutsch/türkisch/rumänisch) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Ein junger Deutschtürke gerät nach einem Ehestreit in einen Zwiespalt zwischen der Liebe zu seiner Frau und einer strengen Auslegung des Korans. Als ihm die dauerhafte Trennung von seiner Frau droht, will der impulsive Mann dies nicht ohne weiteres akzeptieren. Mit Humor, viel Drama und noch mehr Energie erzählt das darstellerisch beeindruckende Liebes- und Sozialdrama eine authentische Geschichte über die Sehnsüchte, Wünsche, Ängste und Widersprüche einer islamischen Gemeinschaft, die von außen meist als hermetisches Milieu wahrgenommen wird. Außergewöhnlich stimmig erscheinen vor allem die Figurenpsychologie und die Komplexität des dargestellten Systems. (Filmdienst)
Samstag, 1.6. um 15.45 h
Montag, 3.6. um 18.00 h
4. – 6.6. um 20.00 h
 
 

 
 
 
 
 
WILD BOYS
(LES GARÇONS SAUVAGES)
Frankreich 2018.
Regie: BERTRAND MANDICO.
Mit Pauline Lorillard, Vimala Pons, Diane Rouxel.
HD Digital. 110 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts begehen fünf Jungs aus gutem Hause, die dem Okkulten huldigen, ein scheußliches Verbrechen. Daraufhin werden sie einem alten Kapitän anvertraut, der ihnen auf seinem Kahn mit harter Hand wieder Zucht und Ordnung beibringen soll. Von der Schikane zermürbt und mit den Kräften am Ende proben sie den Aufstand – und stranden auf einer Insel voller bizarrer Gewächse, von der eine mysteriöse Kraft ausgeht. Nach einiger Zeit beginnt ihr Zauber, sie zu verändern…
„Es ist ein Abenteuer. Es ist eine Erleuchtung. Die Filme von Bertrand Mandico sind ein üppiger Tropenwald voll schillernder Farben und Blüten, voll Schatten und Wehmut, voll Gleichmut und erotischer Faulheit. Es gibt auch Galerien von Edelsteinen und Voodoo-Totems, die aussehen, als hätte man sie direkt aus unserem Skelett geschnitten, in einer Szenerie von unerbittlichem Schwarz und unglaublicher Detailverliebtheit. Und die Worte fallen wie Orakelsprüche, zwischen sprühendem Witz und einem Todesurteil. Bisher hatte Bertrand Mandico den Kurzfilm zum Labor seiner größten Experimente gemacht: Jeder Film hatte die Erhabenheit eines Blitzes, der den Sturm am viel zu ruhigen Himmel des gegenwärtigen Kinos ankündigt. Jetzt regnet es Diamanten.“ Pacôme Thiellement)
Sonntag, 2.6. um 22.15 h
Dienstag, 4.6. und Mittwoch, 5.6. um 22.15 h
Freitag, 7.6. um 17.45 h
 

 
 
 
 
 
LUFT ZUM ATMEN – 40 JAHRE OPPOSITION BEI OPEL IN BOCHUM
Deutschland 2019.
Regie: JOHANNA SCHELLHAGEN.
HD Digital. 70 Min. Erstaufführung.
1972 gründeten ein paar Arbeiter und Revolutionäre bei Opel in Bochum die „Gruppe oppositioneller Gewerkschafter“ (GoG). Die GoG existierte über 40 Jahre und hat mit ihrer radikalen Betriebsarbeit den Widerstandsgeist in der Bochumer Belegschaft befeuert. Als Betriebsräte gaben sie geheime Informationen an die Belegschaft weiter, sie sorgten für achtstündige Betriebsversammlungen, kämpften gegen Krankenverfolgung, organisierten ihren eigenen Bildungsurlaub und versuchten sogar, auf eigenen Faust direkte internationale Solidarität zwischen den verschiedenen General Motors Belegschaften in Europa herzustellen, um sich gegen die Standorterpressungen in den 90er Jahren zur Wehr zu setzen. Ihre radikalen Aktivitäten kulminierten schließlich im wichtigsten Wilden Streik der deutschen Nachkriegsgeschichte, als die Belegschaft im Oktober 2004 sechs Tage lang das Werk besetzte und die Produktion in ganz Europa lahmlegte. Ein Portrait von Kollegen, die sich Gehör verschafften. Ihre Praxis einer unbeirrten Betriebspolitik von unten zeigt, dass Widerstand möglich ist. Auch heute. Auch in Großbetrieben.
Wiederholung am 16.6. um 20.30 h mit Regisseurin
 

 
 

 

 
 
MÜNCHEN 089 – BIG TROUBLE IN LITTLE MINGA