Programm

 

BEI UNS IST JEDER TAG KINOTAG!

UNSERE EINTRITTSPREISE SIND MODERAT UND ABHÄNGIG VON DEN GESPIELTEN FILMEN UND BEWEGEN SICH ZWISCHEN 4,50 EUR und 5,50 EUR.

BEI ÜBERLÄNGE UND FESTIVALS ERHEBEN WIR EINEN MINIMALEN PREISAUFSCHLAG.

KASSENÖFFNUNG 15 MINUTEN VOR BEGINN DER VORSTELLUNG.

KEIN VORVERKAUF, NUR ABENDKASSE.

WIR NEHMEN NUR BARGELD. CASH ONLY.

WIR SPIELEN KEINE WERBUNG, DESHALB BITTE PÜNKTLICH KOMMEN.

 

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BAIT
USA 2019.
Regie: MARK JENKIN.
Mit Edward Rowe, Mary Woodvine, Simon Shepherd, Giles King.
HD Digital. 89 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Die Postkartenidylle des Fischerdorfs in Cornwall ist trügerisch. Wo man früher von der Fischerei leben konnte, fallen nun reiche Londoner Touristen ein und verdrängen die Einheimischen, deren Existenzgrundlage gefährdet ist. Auch das Verhältnis der Brüder Steven und Martin ist angespannt. Martin ist ein Fischer ohne eigenes Boot, denn damit veranstaltet Steven jetzt lukrativere Ausflugsfahrten. Das Cottage der Familie haben sie verkauft und mit den neuen Eigentümern scheint nur noch eine letzte Schlacht zu schlagen zu sein: die um einen küstennahen Parkplatz. Doch die Lage eskaliert und das nicht nur wegen einer Autokralle.
BAIT ist ein Schwarzweißfilm, der im 16-mm-Format gedreht und mit der Hand entwickelt wurde. Zahlreiche Nahaufnahmen von Fischen, Netzen, Hummern, Gummistiefeln, Knoten und Fangkörben lassen an die Theorie einer Montage der Attraktionen denken. Ebenso erinnert die Darstellung der unterschiedlichen sozialen Milieus, man könnte auch von Klassenverhältnissen sprechen, an die sozialrealistische Tradition im britischen Kino. Vor allem aber lässt sich hinter der filmgeschichtlich anspielungsreichen visuellen Oberfläche jede Menge politische Aktualität entdecken. (Anna Hoffmann)
Wiederholung am Montag, 18.11. um 18.00 h
 
 
 
 
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WEITERMACHEN SANSSOUCI
Deutschland 2019.
Regie: MAX LINZ.
Mit Sophie Rois, Maryam Zaree.
HD Digital. 80 Min.
Dem Institut für Kybernetik und Simulationsforschung droht die Schließung. Es folgt: eine Satire über den Universitätsbetrieb als turbokapitalistische Forschungsmaschinerie. Schmerzbefreite Kalauer und fantastische visuelle Gags heizen die Komödie an. (Underdox)
Wiederholung am Dienstag, 19.11. um 18.00 h
Ausserdem am Samstag, 23.11. um 13.00 h
 
 
 
 
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TAG DES SIEGES
Deutschland/Litauen 2018.
Regie: SERGEI LOZNITSA.
HD Digital. 94 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Distanziert-nüchterne Beobachtungen rund um die Feier der russischen Diaspora am sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park in Berlin am 9. Mai, dem Siegestag der Roten Armee über Nazi-Deutschland. Vom frühen Morgen an dokumentiert die Kamera in statisch-strengen Einstellungen das Geschehen auf dem Gelände, mit dem mehr der sowjetischen Mythologie und dem heutigen Russland als der Toten des Weltkriegs gehuldigt wird. Der Film nutzt vor allem auch die raffiniert montierte Tonebene, um die vielfachen Verschränkungen von Geschichtsverklärung, Geltungsbedürfnis und erinnerungspolitischem Spektakel herauszuarbeiten. (Filmdienst)
Samstag, 9.11. um 15.45 h
Sonntag, 10.11. um 17.45 h
Montag, 11.11. um 18.15 h
 
 
 
 
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KHELLO BRÜDER
Deutschland 2018.
Regie: HILLE NORDEN.
HD Digital. 76 Min. Erstaufführung.
Der syrische Journalist Tarek Khello floh 2013 vor dem Bürgerkrieg mit seiner Familie nach Deutschland, zwei Jahre später folgte ihm sein Bruder Zakwan Khello, ein Maler, der dem Bombenhagel in Aleppo entkam. Die Dokumentation interviewt die beiden Brüder und begleitet Zakwan Khello bei den Vorbereitungen zu einer Ausstellung, die seine Flucht in Form von düsteren Kohlezeichnungen nacherzählt. (Filmdienst)
Dienstag, 12.11. und Mittwoch, 13.11. jeweils um 18.30 h
 

 
 

 
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CANADA NOW
7. – 20.11.2019 

Zum neunten Mal bieten die Maple Movies Einblick in das aktuelle Filmschaffen Kanadas. Angesiedelt zwischen den Bilderwelten Hollywoods und dem europäischen Autorenfilm reflektiert das kanadische Kino die Diversität, den kreativen Reichtum, aber auch die politischen und sozialen Widersprüche eines Landes der vielen Sprachen und noch viel mehr Kulturen.
 

ENTRE LA MER ET L'EAU DOUCE
Kanada 1967.
Regie: MICHEL BRAULT.
Mit Claude Gauthier, Geneviève Bujold.
HD Digital. 85 Min. Originalfassung (französisch) mit deutschen Untertiteln.
Ein Folksänger, der in Montreal unerwartet Erfolg hat, junge Liebe, der Fluch des Ruhms.
„Michel Brault war einer der maßgebenden Regisseure des legendären kanadischen Cinéma Vérité. Er drehte Dokumentationen, verstand die Ästhetik der 16mm-Handkamera, arbeitete in Frankreich mit Jean Rouch und Mario Ruspoli. Sein berückend poetisches Spielfilmdebüt ENTRE LA MER ET L’EAU DOUCE reflektiert den gesellschaftlichen Wandel Québecs in den Sixties wie den Kontrast zwischen Provinz und Metropole.“
Donnerstag, 7.11. um 22.00 h
Sonntag, 10.11. um 20.00 h
 

LES ROIS MONGOLS
Kanada 2017.
Regie: LUC PICARD.
Mit Milya Corbeil-Gavreau, Anthony Bouchard.
HD Digital. 102 Min. Originalfassung (französisch) mit deutschen Untertiteln.
Im Oktober 1970 gab es in Québec mehrere Entführungen durch die linksextremistisch-nationalistische "Front für die Befreiung Québecs". Vor dem realen Hintergrund der Terrorfahndung erzählt Luc Picard die fiktionale Geschichte einer 12-Jährigen, deren Familie aus ganz unpolitischen Gründen zerfällt. Eins hat sie trotzdem verstanden: Entführung hilft. Also plant sie, sich die alte Nachbarin zu schnappen, als Druckmittel, das sie und ihren kleinen Bruder vor der Abschiebung ins Waisenhaus bewahren soll.
„Superbly crafted and very moving, Picard's gentle charmer was a hit at 2018 Berlinale.“
Samstag, 9.11. um 20.00 h
Sonntag, 10.11. um 22.00 h
 
 
imagineNATIVE
11. – 14.11. jeweils um 20.30 h
 
ImagineNATIVE in Toronto ist das weltweit größte Festival für indigene Film- und Medienkunst. Künstlerischer Leiter und Kurator Jason Ryle (Anishinaabe / Saulteaux) bringt persönlich vier Filmprogramme ins Werkstattkino, drei Spielfilme und eine Kurzfilmschau. Es wird Einführungen, Anschlussgespräche und Q&A geben. Auch Regisseurin Darlene Naponse (Atikameksheng Anishnawbek First Nation) wird zur Vorführung ihres Films FALLS AROUND HER anwesend sein!
 
THE BODY REMEMBERS WHEN THE WORLD BROKE OPEN
Kanada 2019.
Regie: KATHLEEN HEPBURN, ELLE-MÁJÁ TAILFEATHERS.
Mit Elle-Máijá Tailfeathers, Violet Nelson.
HD Digital. 105 Min. Originalfassung (englisch).
After a chance encounter on the street, a woman tries to encourage a pregnant domestic abuse victim to seek help.
Montag, 11.11. um 20.30 h
 
nîpawistamâsowin: WE WILL STAND UP
Kanada 2019.
Regie: TASHA HUBBARD. 
HD Digital. 98 Min. Originalfassung (englisch).
A powerful work of activist cinema about the killing of 22-year-old Colton Bushie of the Cree Red Pheasant First Nation and his family's pursuit of justice. Hubbard elevates this documentary from a summary of the case to a poignant exploration of how to maintain Indigenous identity in a settler society.
Dienstag, 12.11. um 20.30 h
 
Kurzfilmprogramm
HOME AND NATIVE LAND
Acht aktuelle Arbeiten indigener Filmemacherinnen – eine weibliche Perspektive auf die komplexen Beziehungen der First Nations, Métis und Inuit. (dt. oder engl. UT, Gesamtlänge 89 Min.)
Lelum' (Home), R: Asia Youngman (Cree/Iroquois/Carrier/Métis) 2017 | Biidaaban (The Dawn Comes), R: Amanda Strong (Michif) 2018 | Nuuca (Take), R: Michelle Latimer (Métis/Algonquin) 2017 | Caribou in the Archive, R: Jennifer Dysart (Cree) 2019 | Emptying the Tank, R: Caroline Monnet (Algonquin) 2018 | Fast Horse, R: Alexandra Lazarovich (Cree) 2018 | Three Thousand, R: Asinnajaq (Inuk) 2017 | Onyota'a:ka khale Tsi'tkalù:to (Oneida and Toronto), R: Judith Kanatahawi Schuyler (Oneida) 2018
Mittwoch, 13.11. um 20.30 h
Sonntag, 17.11. um 20.00 h
 
FALLS AROUND HER
Kanada 2018.
Regie: DARLENE NAPONSE.
Mit Tantoo Cardinal, Tina Keeper, Gail Maurice.
HD Digital. 100 Min. Originalfassung (englisch, anishinaabe) mit englischen Untertiteln
Tantoo Cardinal shines as a world-famous Anishinaabe musician who returns to the reserve to rest and recharge – only to discover that fame (and the outside world) are not easily left behind.
Donnerstag, 14.11. um 20.30 h
 
THE GRIZZLIES
Kanada 2018.
Regie: MIRANDA DE PENCIER.
Mit Jack Anawak, Fred Bailey, Seth Burke.
HD digital. 104 Min. Originalfassung (englisch, inuktit) mit deutschen Untertiteln.
Wahre Geschichte: Ein selbstgefälliger Lehrer tritt 1998 seinen ersten Job in der Arktis an. In der Inuit-Gemeinde Kugluktuk sieht er sich mit massiven psychologischen und sozialen Problemen konfrontiert, sowie mit den fatalen Folgen der Kolonisierung. Trotz allgemeiner Skepsis gründet er an der Schule ein Lacrosse-Team, und die vermeintlich widersinnige Idee wird weitreichende Folgen haben.
18. – 20.11. um 20.00 h

Großzügig gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München.
In Zusammenarbeit mit dem BkF e.V. und Telefilm Canada.
 
 
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DIE KINDER DER TOTEN
Österreich 2019.
Regie: KELLY COPPER, PAVOL LISKA.
Super 8 auf HD Digital. 90 Min.
Nazis, Nekrophilie, Inzest: Ein amerikanisches Regie-Duo adaptiert einen Jelinek-Roman, ohne ihn je gelesen zu haben. Das Ergebnis ist blödsinnig, ekelhaft, geschmacklos – und ein Heidenspaß.
„Copper und Liska stammen aus der Performancekunst und treten meist unter dem Namen „Nature Theater of Oklahoma“ auf. Mit dem US-Bundesstaat haben die beiden allerdings nichts zu tun – der Name ist eine Anspielung auf Kafka. Ihr Regiedebüt spielt in Titel und Plot wiederum auf die zahllosen …OF THE DEAD-Zombiefilme von George Romero & Co an. Wobei Plot hier ein sehr großzügiges Wort ist. (…) Manchmal mag DIE KINDER DER TOTEN etwas ziellos um sich schießen, weil dem Regie-Duo mangels Zugehörigkeit zur österreichischen Kultur die Präzision bei der Austria-Kasteiung abgeht. Doch selbst während der paar Längen im Mittelteil verlangt der Film seinem Publikum eine Haltung ab. Dieser hemmungslosen Groteske indifferent gegenüberzustehen, ist nahezu unmöglich. DIE KINDER DER TOTEN ist ein Werk, das man wohl lieben oder hassen muss.“ (critic.de)
Dienstag, 19.11. und Mittwoch, 20.11. um 22.00 h
Am 19. 11. in Anwesenheit der Regisseurin Kelly Copper!

 
 
 

 
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MORGENRÖTE IM AUFGANG – HOMMAGE A JAKOB BÖHME

Deutschland 2015. Regie: MAX HOPP, JAN KORTHÄUER, RONALD STECKEL, KLAUS WEINGARTEN. HD Digital. 81 Min.

Der Görlitzer Mystiker und Visionär Jacob Böhme ist die unbekannteste, geheimnisvollste und zugleich einflussreichste Gestalt der deutschen Geistesgeschichte. Sein mehrtausendseitiges Werk, ohne das die deutsche Romantik und die deutsche idealistische Philosophie undenbar wären, ist die Ausformulierung eines radikalen Christentums und der Entwurf einer reichen, bis heute in ihrer Tiefe nicht ausgeloteten Kosmologie, Anthropologie und Naturphilosophie. Der Film bringt diesen bedeutenden Mann einem heutigen Publikum nahe und beleuchtet damit wesentliche geistige Fragen unserer Zeit. MORGENRÖTE IM AUFGANG ist kein biographischer Dokumentarfilm mit Zeitkolorit, sondern ein Spielfilm, in dem Jacob Böhme, von einem Darsteller ikonographisch als "Der schreibende Mann" verkörpert, in seinen eigenen Worten zu uns spricht. Alle Texte des Films gehen zurück auf die 1730 veröffentlichte Gesamtausgabe der Schriften Jacob Böhmes. Donnerstag, 21.11. um 18.15 h


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STALKER UdSSR 1978/79. Regie: ANDREJ TARKOWSKI. Mit Alissa Frejndlich, Alexander Kaidanowski, Anatoli Solonizyn. HD Digital. 163 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Unter der Führung des "Stalkers", eines Pfadfinders und Ortskundigen, der am Rande der Welt in einer vom Verfall gezeichneten Industrielandschaft lebt, begeben sich ein Wissenschaftler und ein Schriftsteller in die mysteriöse "Zone", wo es angeblich einen Ort geben soll, an dem die geheimsten Wünsche in Erfüllung gehen. Die Expedition wird zur Reise in die Innenwelt der Protagonisten und zum Panorama einer gottverlassenen europäischen Zivilisation. Ähnlich wie in "Solaris" benutzt Tarkowskij eine Science-Fiction-Vorlage als Hintergrund für mystisch-philosophische Reflexionen und überwältigende Bildvisionen, mit denen er die Grenzen des herkömmlichen Erzählkinos poetisch überschreitet. (Filmdienst) Donnerstag, 21.11. um 20.15 h


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BIMOVIE 25 – RETROSPEKTIVE ZUM JUBILÄUM https://www.bimovie-frauenfilmfest.de/bimovie-25-retrospektive/ 22. – 24.11.


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BAMBOO STORIES Bangladesch/Deutschland 2019. Regie: SHAHEEN DILL-RIAZ. HD Digital. 96 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung. Anhand einer vierwöchigen Flussreise über 300 Kilometer mit 24.000 Bambusstämmen in die Hauptstadt von Bangladesch porträtiert der Dokumentarfilm Arbeit und Leben der fünf Flößer sowie weiterer Männer, die mit dem Bambushandel zu tun haben. Dabei stehen die Beweggründe für ihren Beruf ebenso im Fokus wie die Gewissheit, dass sie sich in einer aussterbenden Arbeitswelt bewegen und ihre Söhne ein anderes Leben werden führen müssen. Sorgfältig und eindringlich stellt der Film die prekäre Situation der Männer dar, versagt sich aber jede Romantisierung der Traditionen und verschafft den Protagonisten Raum und Würde, indem er auch ihre Freude an der Arbeit zeigt. (Filmdienst) Montag, 25.11. um 19.00 h mit Regisseur und Publikumsgespräch Dienstag, 26.11. um 18.15 h


 

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In den USA steht der November als „Native Heritage Month“ im Zeichen der Auseinandersetzung mit der Kultur, Geschichte und Gegenwart der indigenen Völker. Auch München setzt sich im November mit der Situation der indigenen Völker in Nordamerika auseinander, wenn sich rund um den „Tag gegen Gewalt an Frauen“ am 25.11. im Rahmen der Aktionswochen eine Reihe von Veranstaltungen der spezifischen Situation indigener Frauen widmet.

Das Werkstattkino unterstützt die Aktionswochen mit drei Filmvorführungen.

 

AMÁ

Großbritannien 2018. Regie: LORNA TUCKER. HD Digital. 75 Min. Originalfassung ohne Untertitel.

Die britische Regisseurin Lorna Tucker („Vivienne Westwood“) widmet sich in ihrer Dokumentation über die Dineh Jean Whitehorse einem Thema, das bei uns kaum bekannt ist: In den 1960er und 70er Jahren wurden tausende indigene Frauen in den USA zwangssterilisiert. Allein im Zeitraum 1973 bis 1976 sind 3.406 Fälle dokumentiert. Während einige Mediziner den Indigenen damit aus der Armut helfen wollten, sahen viele Politiker darin die Möglichkeit das „Indianerproblem“ mit dem Skalpell zu lösen. Schätzungen gehen davon aus, dass damals bis zu 42% der indigenen Frauen in den USA zwangssterilisiert wurden – ohne konsultiert oder gar informiert worden zu sein. Diese Völkermordpolitik traumatisiert die Frauen und ihre Familien bis heute.

Montag, 25.11. um 22.15 h mit Einführung von Monika Seiller, Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte

 

WARRIOR WOMEN

USA 2018. Regie: ELIZABETH CASTLE, CHRISTINA KING. HD Digital. 57 Min. Originalfassung ohne Untertitel. Die Regisseurinnen Elizabeth Castle und Christina King porträtieren in ihrem Dokumentarfilm eine der Ikonen des indigenen Widerstands in den USA: Madonna Thunderhawk. Seit den 1960er Jahren war die Lakota bei allen wichtigen Aktionen des indigenen Widerstands engagiert – von der Besetzung in Alcatraz über Wounded Knee bis zu den heutigen Protesten, etwa gegen die Dakota Access Pipeline und die Zerstörung des indigenen Landes. Während stets die Männer im Rampenlicht standen, waren die Frauen das Rückgrat des Widerstands. Madonna Thunderhawk gründete die erste indigene Frauenallianz, „Women of All Red Nations“ (WARN) und gehörte zur ersten indigenen Delegation, die 1977 ihre Rechte bei den Vereinten Nationen in Genf einforderten. Längst ist auch ihre Tochter Marcy Aktivistin und gründete eine eigene „Survival School“ in South Dakota, um Sprache und Kultur an die nächste Generation weiterzugeben. In ihren Erzählungen reflektieren die Frauen die letzten Jahrzehnte, die mit zahlreichen historischen Aufnahmen illustriert werden. Tatsächlich ist die Fülle der Filmaufnahmen beeindruckend, die gleichsam die Geschichte der Indigenen im Amerika der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts skizzieren.

 Dienstag, 26.11. um 20.15 h mit Einführung von Monika Seiller, Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte

 

WIND RIVER

USA 2017. Regie: TAYLOR SHERIDON. Mit Jeremy Renner, Graham Greene, Gil Birmingham.

HD Digital. 107 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Der Thriller von Taylor Sheridon über die Gewalt an indigenen Frauen in den USA basiert auf realen Ereignissen in den USA und wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Regiepreis in Cannes.

Cory Lambert (Jeremy Renner) ist im Indianerreservat „Wind River“ in Wyoming als Weißer beim United States Fish and Wildlife Service als Wildhüter angestellt. Im Wald entdeckt er im Schnee die barfüßige Leiche der indigenen 18-jährigen Natalie, der besten Freundin seiner verstorbenen Tochter. Gemeinsam mit einer jungen FBI-Beamtin und dem Chef der Stammespolizei (Graham Greene) sowie dem Vater der Ermordeten (Gil Birmingham) macht er sich auf die Suche nach dem Mörder. Jenseits der gängigen Klischees zeigt der Film ein realistisches Bild vom harten Reservatsalltag und verdeutlicht die Hintergründe der Gewalt an indigenen Frauen.

Dienstag, 26.11. um 22.30 h

 

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THINKING LIKE A MOUNTAIN
USA 2018.
Regie: ALEXANDER HICK.
HD Digital. 91 Min. Originalfassung (deutsch, spanisch, arhuaco) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
„Wenn diese Felsen sprechen könnten, würden sie die Geschichte des Widerstands erzählen“, spricht Alexander Hick zu Beginn seines bildgewaltigen Dokumentarfilmessays aus dem Off. Zusammen mit seinem Bruder, dem Kameramann Immanuel Hick, hat er ein Jahr bei den Bewohnern des höchsten Küstengebirges der Welt gelebt: den Arhuacos. In Gesellschaftstableaus und atemberaubenden Naturlandschaften erzählt der Chiemgauer Filmemacher als „Bonachi“ (weißer Mann) die Geschichte eines freiwillig isoliert lebenden Volkes. Die Folgen des kolumbianischen Bürgerkriegs und die globale Klimaerwärmung sind nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Ein pazifistisches Filmpoem, das lange nachhallt. (DOK.fest München 2019)
Voraussichtlich Mittwoch, 27.11. und Samstag, 30.11. um 19.00 h im Rahmen der Lateinamerikanischen Filmtage im Werkstattkino