Programm

 

 

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GORDON PARKS –
SELECTED FILM WORKS

Eine Kamera schießt nicht einfach nur Bilder. Sie ist ein starkes Instrument gegen Unterdrückung, Rassismus, Gewalt und Ungleichheit – ihre Wirkung kann enorm sein! Gordon Parks hat die Kamera als seine Wahl der Waffe bezeichnet und Zeit seines Lebens das Medium Fotografie intelligent und aufklärerisch genutzt, um die Schattenseiten des American Way of Life zu zeigen sowie zwischen den Gruppen einer zersplitterten Gesellschaft zu vermitteln. Als wichtiger Chronist des Kampfes für Gleichberechtigung der Afroamerikaner behandelte er Themen wie Armut, Ausgrenzung und Unrecht, die bis heute nichts an Brisanz verloren haben. Als erster schwarzer Fotograf hat Parks bereits in den 1950er Jahren Modestrecken und -reportagen mit weißen Models für Condé Nast und Life fotografiert und publiziert. Der Zeitzeuge des Kampfes für Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung zeigt dazu auch die Gegenwelt – die Gangs auf den Straßen von New York, die Reaktion der Polizei auf Kriminalität, das Leben in Armut in den USA der 1960er und 1970er Jahre. Gleichzeitig porträtiert Parks mit Muhammed Ali, Malcolm X oder Martin Luther King Jr. die Protagonisten des amerikanischen „Civil Rights Movement”, aber auch berühmte Künstler wie Duke Ellington, Ingrid Bergman oder Alberto Giacometti. Zeitgleich hält er die Segregation im amerikanischen Süden sowie die Unruhen der Jugendlichen in Harlem fotografisch fest. Ab den 1970er Jahren entsteht zusätzlich ein umfangreiches Filmwerk. Neben seinen berühmteren Filmwerken produzierte er zahlreiche sozialkritische Dokumentationen. Mit dieser Simultanität von Glamour und Elend, Kommerz und humanitärem Engagement bietet das Werk von Gordon Parks eine unvergleichbare visuelle Sozialgeschichte der USA im 20. Jahrhundert.
(Text: Versicherungskammer Kulturstiftung zur Ausstellung GORDON PARKS: I AM YOU)
Wir zeigen vier Filme von Gordon Parks und zwei Filme seines Sohnes Gordon Parks Jr.
18. – 31.5. in der Nachtvorstellung
 
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NOCTURAMA
Frankreich/Deutschland/Belgien 2016. Regie: BERTRAND BONELLO.
Mit Ilias Le Dore, Finnegan Oldfield, Vincent Rottiers, Hamza Meziani, Manal Issa.
HD Digital. 130 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Ein Morgen in Paris. Eine Handvoll Jugendlicher aus unterschiedlichen sozialen Schichten. Sie tanzen, jeder für sich, ein seltsames Ballett durch das Labyrinth der Metro und die Straßen der Hauptstadt. Sie alle scheinen einem Plan zu folgen. Ihre Gesten sind in ihrer Präzision fast gefährlich. Sie steuern alle auf einen Punkt zu, ein Kaufhaus kurz vor Ladenschluss. Wenig später fliegt Paris in die Luft. Der Anschlag nimmt seinen Lauf.
„Paris gehört uns. Die verlorene Jugend der Seine-Metropole attackiert die Stadt in einer terroristischen Aktion. Bertrand Bonellos mysteriöser Film ist keine Reaktion auf die islamistischen Anschläge der letzten Zeit, sondern eine genuin cineastische Beschreibung einer Atmosphäre zwischen Aufruhr und Verzweiflung.“ (Hans Schifferle, epd Film)
22. – 28.5. um 20.00 h

 

 

 

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TEN YEARS

Hongkong 2015. Regie: Kwok Zune, Jevons Au, Fei Pang Wong, Ng Ka-leung, Kwun-wai Chow, Jevons Au, Kwun Wai Chow, Wong Fei-pang, Ka Leung Ng. HD Digital. 104 Min. Originalfassung mit englischen Untertiteln. Erstaufführung.

Hongkong hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, die sich immer auch im Verhältnis zum chinesischen Festland widerspiegelte. Heute dehnt sich der chinesische Einfluss in der Hafenstadt wieder spürbar aus. Grund genug für fünf Hongkonger Regisseure, sich zu fragen, wohin die Reise gehen wird. Wie sieht ihre Stadt in zehn Jahren aus? In fünf Kurzfilmen entwerfen sie Szenarien, die das Ende der politischen und kulturellen Eigenständigkeit beschreiben – und loten die Möglichkeiten des Widerstands aus. Was ist zu tun, wenn der eigene Dialekt verboten und die Jugend indoktriniert wird, wenn politische Unruhen inszeniert werden und selbst der Verkauf lokaler Hühnereier zum subversiven Akt erklärt wird? Ten Years ist eine fünffache Dystopie – und eine Warnung vor demVerlust von Freiheit und Kultur.

28.5. um 17.30 h

 

 

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SHALOM ITALIA
Israel/Deutschland 2016. Regie: TAMAR TAL ANATI.
HD Digital. 72 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung. 
Drei jüdische Brüder kehren nach 70 Jahren gemeinsam aus Israel nach Italien zurück, um dort die Höhle zu suchen, in der sie sich mit ihren Eltern und Großmüttern im Winter 1943 versteckt hielten. Auf ihrer Reise durch die Toskana nähern sie sich einander an, doch die Erinnerungen weichen zum Teil erheblich voneinander ab. Nahezu parabelhaft, zugleich humor- und respektvoll stellt der anrührende Film die Lebenshaltungen nebeneinander. Dabei richtet er den Blick auch auf allgemeine Fragen nach Erinnerungskultur, Verdrängung und geschichtlicher Wahrheit. (Filmdienst)
Montag, 29.5. um 18.30 h
Letzte Vorstellung am Sonntag, 4.6. um 11.00 h (Matinee)
 

 

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SUPERFLY
USA 1972. Regie: GORDON PARKS JR.

Mit Ron O'Neal, Carl Lee, Sheila Frazier.

35mm. Deutsche Fassung. 93 Min.
Ein schwarzer Rauschgiftzwischenhändler steigt nach dem großen Geschäft aus der Branche aus und bleibt ungeschoren, weil er sich dem weißen Boß gegenüber mit erpresserischen Mitteln behaupten kann. Krimi aus der „schwarzen” Serie des US-Kinos, der aus oberflächlicher Sozialkritik und gängigen Klischees geschickt spannende Unterhaltung macht. (Filmdienst)
27. – 29.5. um 22.30 h

 

 

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ORIGINAL COPY
Deutschland 2015. Regie: FLORIAN HEINZEN-ZIOB, GEORG HEINZEN. HD Digital. 95 Min. Erstaufführung.                                                                                                                                                                                                                                                                                   Dokumentarisches Porträt eines indischen Filmplakate-Malers, der für ein traditionsreiches Kino im Zentrum Mumbais arbeitet, in dem fast nur noch in die Jahre gekommene Bollywood-B-Movies gezeigt werden. Der Film betrachtet den alternden Maler, seine Gehilfen und die anderen Mitarbeiter des alten Hindi-Filmpalasts wie Bollywood-Helden und verleiht ihrer prekären Existenz eine romantisch-melancholische Färbung. So wird das marode Lichtspielhaus zu einem märchenhaft-schönen, berührenden Refugium, in dem die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit aufgehoben scheinen, und die Dokumentation selbst zur Ode an das Leben und die Träume. (Filmdienst)
29. – 31.5. um 20.30 h
Freitag, 2.6. um 18.00 h

 

 

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TANNA
Australien 2015. Regie: MARTIN BUTLER, BENTLEY DEAN.
Mit Kapan Cook, Mungau Dain, Charlie Kahla, Lingai Kowia.
HD Digital. 100 Min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Auf der entlegenen Insel Tanna, einer von 83 Inseln bzw. Inselgruppen des souveränen Inselstaats Vanuatu im Südpazifik, kommt es zum Konflikt zwischen den benachbarten Völkern der Yakel und der Imedin. Um der eskalierenden Gewalt Einhalt zu gebieten und ein Leben in Frieden zu etablieren, beschließen die Ältesten, dass ein schönes Yakel-Mädchen den Sohn des Imedin-Häuptlings heiraten soll. Doch die junge Frau ist unsterblich in den Sohn des Yakel-
Anführers verliebt. In prägnante Naturaufnahmen eingebettete melodramatische „Romeo und Julia“-Geschichte, dargestellt von der lokalen Bevölkerung. Ein im guten Sinn exotischer Film, vom Sujet her vertraut und doch wohltuend fern der gängigen Vorstellungen von Zeit und
Raum. (Filmdienst)
1. – 7.6. um 20.15 h
 

 

 

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SHORTS ATTACK – BIKE SHORTS ON TOUR
HD Digital. 80 Min. Originalfassungen mit deutschen Untertiteln.
Dem Erfinder des Fahrrads auf der Spur: Die Animation THE WORLDS FIRST BICYCLE folgt einem schottischen Bastler der Laufmaschine, MOOP MAMA – DIE ERFINDUNG DES RADES katapultiert das Kulturgut Fahrrad auf den Highway einer partybegabten Gang und Erwachsene, die nicht Rad fahren können, finden bei MAMA AGATHA Rat. Profiradler mit
Dopingerfahrung werden sich bei VELODROOL wiederfinden, bei CYCLES steht die Beziehung auf der Probe, MIANZI REI
folgt einer Berliner Rennfahrerin, YES I RODE HERE schwärmt vom Radeln durchs winterliche New York, wohingegen
GRANNYMAN über Autoabgase klagt. IF YOU WANT YOUR MOTHER BACK bewegt einen Jungen, sich in Sachen Fahrrad mit dem Dorfpfarrer anzulegen, und in THE ELEPHANT träumt ein Elefant – wovon wohl – von einem Fahrrad!
Ausführliches Programm unter
 

 

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SELBSTKRITIK EINES BÜRGERLICHEN HUNDES

8. – 14.6.

 

 

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NACHTSCHATTEN – BDSM/FETISCH FILM FESTIVAL
Das NACHTSCHATTEN BDSM/FETISCH FILM FESTIVAL ist eine Veranstaltung, bei der internationale Kurz- und
Spielfilme sowie Dokumentationen gezeigt werden, die sich auf kunstvolle, experimentelle oder dokumentarische
Weise mit BDSM- und Fetisch-Themen beschäftigen. Filme, die im normalen Kinoprogramm nicht anzufinden sind,
darunter aktuelle, preisgekrönte Werke aus der ganzen Welt. Jenseits der klischeebelasteten Berichterstattung der
Boulevardpresse soll das Filmfestival ein Beitrag sein zu Aufklärung, sexueller Selbstbestimmung, Vielfalt, Toleranz
und Akzeptanz.
15. – 18.6.
 
 
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Charlie Chaplins Rede an die Menschheit aus dem Film DER GROSSE DIKTATOR (1940):